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Jahr und Tag

Wie lang gibt es diese ICE‐Strecke zwischen Fulda und Kassel schon? Zwei Jahrzehnte würde ich mal schätzen. Ich fahre die recht häufig. Einmal im Monat mindestens hin und zurück, oft auch häufiger. Es gibt da diese beschaulichen Ausblicke aus dem Fenster, wenn man zwischen den beiden Städten unterwegs ist und jedesmal sagte ich mir: »Da musst du mal hinfahren.«

Das Thema können wir als erledigt betrachten. In weiser Voraussicht hatte ich für unsere Anreise nach Franzensbad (Františkovy Lázně) einen Zwischenstopp eingeplant. Weniger, weil ich glaubte, dass dies nicht in einem Rutsch zu schaffen sei. Aber mich interessierte die Gegend.

Die beste aller Ehefrauen versüßte die Vater wieder mit ein paar flotten Bemerkungen. So wurden wir von einem Wagen aus England überholt. Die üblichen Scherze über den Fahrer auf der falschen Seite folgten. Dann eine kurze Pause. Plötzlich meinte die Beste aller Ehefrauen:
»Ich finde diese Beagle total toll.«
Wie um alles in der Welt waren wir plötzlich bei einem Hunde‐Thema angelangt? Ich schaute mich um, aber in den Autos vor und hinter uns waren keine Indizien auf Beagles zu finden.
»Beagle? Wie kommst Du da drauf.«
»Na, die finde ich toll.«
»Schon. Aber wie kommst Du darauf?«
»Na, da vorne fährt einer. Einer dieser modernen Käfer.«
»Beetle, Du meinst den Beetle.«

Also haben wir einen Stopp in Geisa eingelegt, eine Städtchen, von dem ich vor der Buchung nie etwas gehört hatte. Da sich das Wetter so ergab, bogen wir hinter Kassel ab und fuhren an der Fulda entlang bis nach Hersfeld. Hier kam unser Navi etwas durcheinander, welches mich heute Morgen schon empört darauf hingewiesen hatte, dass ich die Karten seit zwei Jahren nicht aktualisiert hätte und das wäre schlecht. Ja, ist es – wie wir am Beispiel der B27 sehen konnten, die für das Navi schlichtweg nicht in der Form existierte und wir dadurch auch noch den Absprung in die richtige Richtung verpassten.

Es war einfach herrlich. Wir hatten das Verdeck des Cabrio eingefahren und fuhren durch Vogelgezwitscher, Flussrauschen und Holz‐Gerüche.

Ich buchte das Hotel in Geisa als ich in Waiblingen weilte. In einem kleinen Kabuff hausend, für das ich in der Nacht 130 Euro (ein Einzelzimmer als Einzelzimmer) zu löhnen hatte, war ich auf der Suche nach einem Hotel, welches in diesem Gebiet lag. Das Schlosshotel bot sich an und mit einer gewissen Empörung gegenüber meinem Waiblinger Hotel buchte ich für 90 Euro ein Doppelzimmer mit Frühstück. Unumwunden gebe ich zu, dass zwischen Geisa und Waiblingen gewisse Unterschiede bestehen. Letzteres ist schon ein wenig industrieller aufgestellt und lebhafter.

Jetzt kann ich mit Fug und Recht sagen: Die Gegend gefällt mir, das Hotel gefällt mir, mir gefällt einfach alles. Das Städtchen ist klein und malerisch gelesen. Ist die Erwartungshaltung, dass da etwas los ist, dann wird man wohl enttäuscht werden. Wenn man nett Spazierengehen will oder Wanderungen plant oder einfach bei schönem Wetter mit dem Cabrio cruisen will – dann ist das ein idealer Ausgangspunkt. Unter dem Schloß an der Ulster gibt es einen herrlichen Spielplatz, so etwas habe ich seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gesehen. Man wird fast neidisch, dass man kein Kind mehr ist.

Das Essen im Hotel‐Restaurant war sehr schmackhaft und das für sehr akzeptable Preise. Wir sind mal gespannt auf das morgige Frühstück.

Kurz mal als Reminder für uns selbst: Das sollten wir häufiger machen.

2018-05-16T21:05:44+00:0012. Mai 2018|Categories: Deutschland|Tags: , , |0 Comments