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Drei Tage

Der sichtbare Unterschied zwischen Südafrika und Swasiland ist, dass in letzterem weniger Müll rumliegt. Für einen Mitteleuropäer ist es recht irritierend, dass der Müll entweder auf irgendwelchen wilden Mülldeponien gelagert wird, was aber schon der bessere Fall ist, denn in vielen Fällen hat man den Eindruck, dass der Müll nur vor der Hütte abgeladen wird – und damit hat es sich. In Swasiland sahen wir nur eine Stelle, wo man ein wenig die Stirn gerunzelt hat. Gegen Südafrika wirkt es wie geleckt.

Beim Wasserfall hatten wir ein Pärchen aus dem Raum Goslar getroffen, welches mit seinem eigenen Auto unterwegs war. Sie hatten uns erzählt, dass sie das Auto verschifft hätten und nun durch das Land reisen würden. Die Betonung lag auf dem Wort reisen, sie wären keine Touristen. Prinzipiell kann man schon einen Unterschied zwischen Touristen und Reisenden machen, ob es in ihrem Fall passt, kann ich nicht sagen. Sie begegneten uns auf der Strecke von Swasiland zum Krüger Nationalpark, dann in unserem ersten Camp und in unserem zweiten Camp. Es scheint, sie wären mit der gleichen Geschwindigkeit unterwegs wie wir – nur ist ihr Aufenthalt ein wenig länger. Das adelt uns vielleicht auch zu Reisenden oder sie sind auch nur normale Touristen.

Bei der Durchfahrt durch Swasiland bedauerten wir einmal mehr, dass wir nicht genügend Zeit hatten. Leider hatten wir nicht die Zeit, uns wirklich mit dem Land zu beschäftigen. Wir konnten also weder die Show im Cultural Village besuchen, die uns Welcome so ans Herz gelegt hatte, sondern konnten wir Seitenstraßen beachten. Insofern sind unsere Eindrücke von dem Land nur sehr touristische.

Die Fahrt zum Krüger führte uns über Piggs Peak. Die Straße war landschaftlich sehr schön. Ich hätte gern häufiger angehalten, aber das anschauen von Landschaft wurde nicht von jedem goutiert, zum anderen gab es sehr schöne Aussichtspunkte, nur konnte man nicht halten. Da könnte der König, der demnächst einen runden Geburtstag feiert, wie wir diversen Werbeplakaten entnehmen konnten, nochmal ein wenig nachhelfen. Ich verspreche also hoch und heilige, dass wir das nächste mal uns ein wenig mehr Zeit für Swasiland nehmen werden und auch schauen werden, ob unsere Mautgebühr von diesem Mal gut angelegt worden ist.

Eigentlich wähnten wir uns noch auf einem guten Weg durch Swasiland, da war es plötzlich zu Ende. Es kam ein Zaun und das war es. Die Ausreise verlief wie am Schnürchen, so wie man uns hatte hereingelassen, so ließ man uns auch wieder heraus. Die Mitarbeiter der Passkontrolle waren mit einigem Enthusiasmus bei der Arbeit, man hörte sogar jemanden singen. Das hat man auch nicht oft. Auf südafrikanischer Seite ging es auch zügig voran, die finale Kontrolle ersparte sich der Mitarbeiter aber und stand nicht einmal auf, sondern winkte uns von seinem Plastikstuhl aus zu und rief etwas wie »Abgefertig!«. So kann man es natürlich auch machen.

Hinter der Grenze ging es recht geschäftig los, recht viele Geschäfte, viele Menschen, viele Kühe. Die Straße war gut ausgebaut, mit ein paar lästigen Bumps, bevor wir in Richtung unseres Gates abbogen. Kurz vor dem Abbieger sahen wir, dass in unserer Richtung ein richtiges Feuer gemacht wurde, tief schwarz. Da wir gebrannte Kinder sind, war eine Befürchtung, dass mal wieder ein Auto in Brand geraten war und uns nun den Weg blockieren würde. Aber dem war nicht so, es gab eine Überraschung anderer Art erwartete uns: Eine der schlechtesten asphaltierten Straßen Südafrikas, die wir erlebt hatten. Es war teilweise bequemer neben der Straße zu fahren, als auf der Straße. Wenn es die eigene Seite nicht hergab, konnte man die andere Spur verwenden oder den Seitenstreifen der anderen Spur. Die Löcher waren wirklich fies, das selbst hartgesottene Südafrikaner auf der Straße Slalom fuhren. Von weitem sah alles gut aus, aber kurz bevor man sie durchfahren wollte, stellte sich heraus, dass sie wirklich tief und breit waren. Andere Sachen teuflisch aus der Ferne aus, waren aber absolut harmlos. Wie immer durfte auch hier der Autofahrer erst einmal seine Erfahrungen machen, bevor ein Straßenschild ihm die gemachten Erfahrungen bestätigte. Die Straße ist nicht weiter benamt, vielleicht ist sie nur versehentlich gebaut worden und wurde danach vergessen. Das wäre eine Erklärung für ihren erbärmlichen Zustand.

Unsere Einfahrt in den Krüger erfolgte über das Crocodile Bridge Gate. Zur Begrüßung stand ein Elefant bereit, was ich ganz angemessen fand. Zumal ich auf dieser Reise noch keinen gesehen hatte. Unser erstes Ziel war die Lower Sabie Lodge. Dort sollten wir eine der Nächte zubringen. Wir machten uns schnurstracks auf den Weg dahin, aber schon bald standen wir vor der Entscheidung, ob wir die schnelle Route nehmen, die uns die Asphaltstraße mit maximal 50 km/h entlangführen sollte, oder lieber die langsamere Route, bei der wir nur 40 km/h fahren können. Natürlich nimmt man die Route, die langsamer zu befahren ist, weil man der Meinung ist, dann würden sich da mehr Tiere aufhalten. Das ist ein Schluss, der nicht unbedingt stimmt – aber wir waren unseres Tiersuch‐Glücks eigener Schmied. Schon bald sahen wir die ersten Zebras, Gretas Lieblingstiere – wer Pferde mag, mag auch Zebras; schließlich handelt es sich bei den Zebras nur um Pferde mit Streifen. Ständig zu sehen bekam man die Impalas und Gnus. Giraffen sahen wir nach meiner Erinnerung auch ein paar.

Dann bekam ich fast einen Herzstillstand und das kam so: Henrik saß neben mir und meinte irgendwann: »Hier quietscht doch was! Was ist das?« Ich lauschte und in dem Augenblick waren nur ein paar Grillen zu hören. »Nein, das muss was anderes sein.« Es folgte der obligatorische Blick nach hinten und Henrik meinte:
»Rüdiger kniet vor dem Auto.«
»Rüdiger tut was?«
Ich bin kein großer Fan davon, wenn man Satzzeichen mehrmals unmittelbar hintereinander verwendet. Das ist mir ein großer Graus, aber die exakte Intonation wäre hier wohl gewesen:
»Rüdiger tut was?!?!?!?!?!«
Der Rückspiegel offenbarte, dass Rüdiger vor dem Auto kniete und Sohn Lennard daneben stand und ihn in seinen suizidalen Absichten unterstützte. Schließlich gibt es zwei Regeln, die für solche Nationalparks gelten. Regel Nummer 1: Steige niemals aus dem Auto aus, außer Du findest Dich auf sicherem Gelände. Regel Nummer 2: Interpretieren Regel Nummer 1 nicht um, wie es Dir gerade passt.

Vor gerade zwei Monaten war davon zu lesen, dass Ranger die Überreste von vermutlich drei Männern gefunden hatten, die bewaffnet und zu Fuß im Krüger unterwegs gewesen waren, und die vermutlich von Löwen getötet und aufgefressen wurden (hoffnungsvollerweise in dieser Reihenfolge). Es ist also gefährlich, sich außerhalb der Wagen aufzuhalten und Freund Rüdiger kniet vor seinem Auto und schert sich im geringsten darum, was in der Umgebung sein könnte, weil das Auto quietscht.

Gut, wir hätten, wenn es weiter gequietscht hätte, keine Tiere mehr an diesem Nachmittag gesehen, aber wie sich herausstellte, reichte es ein wenig mit den Gängen herumzuspielen. Dann ging es normal weiter.

Im Camp bekamen wir recht hübsch gelegene Häuschen. Wir hatten Blick auf den Lower Sabie und konnten die Flusspferde bei ihrem Treiben beobachten. Pünktlich um 18:30 Uhr wurden sie sehr rege und fingen an, miteinander zu spielen und an Land zu gehen. Ein paar Minuten später war es dann dunkel und wir konnten zum Essen gehen.

Das Essen in den staatlichen Camps hatte ich nicht in so guter Erinnerung. Ich fand vor etwa zehn Jahren weder die Qualität sehr berauschend noch fand ich das Personal besonders freundlich. Für Lower Sabie konnte man das nun nicht mehr sagen. Das Essen war sehr schmackhaft, das Personal sehr freundlich und alles ging flott von statten. Wir hatten uns im Shop noch mit zwei Falschen Wein bewaffnet, die unser Kellner für uns in den Kühlschrank tat, während wir aßen, und konnten nach dem Abendessen noch am Fluss dem Grunzen der Flusspferde zuhören. Zwischen uns und den Flusspferden war ein Elektrozaun, so hätte da die Beste aller Ehefrauen nicht so entspannt verweilt, sondern hätte er ein hektisches Verhalten wie ein Impala an den Tag gelegt.

Ein wenig enttäuschend war, dass wir keine Game Drives mehr buchen konnten. Da ist es ein Wettbewerbsnachteil, wenn man mit einer Gruppe von sieben Leuten unterwegs ist und es ist wohl empfehlenswert, solche Aktivitäten vorher fest reservieren. Wieder etwas dazugelernt. Wir hatten immerhin für den Folgeabend noch einen Night Drive buchen können, der vom nächsten Camp aus starten würde.

So fuhren wir am nächsten Morgen um halb sechs Uhr wieder los. Erst einmal sahen wir lange Zeit nichts, dann eine ganze Reihe von Zebras und sogar ein Nashorn, das sich aber von uns wegbewegte. Wir kamen schon zufrieden ins Camp zurück, frühstückten, duschten und machten uns dann auf den Weg zum nächsten Camp – Skukuza. Wir hatten auf der Karte uns die Aktivitäten angeschaut und die meisten Löwen‐ und Leopard‐Bewegungen waren haargenau auf unserer Strecke zu verzeichnen gewesen.

Kaum waren wir aus Lower Sabie heraus, hielten wir an einem Wasserloch. Da gab es nicht so viel zu sehen. Interessanter war schon, dass ein Fahrer neben uns hielt und mitteilte, dass nur wenig weiter erst ein Leopard und dann Löwen zu sehen wären. Fuß auf Gas und nichts wie hin, war die Devise. Vor dem Leopard hatte sich schon eine kleine Schlange gebildet. Ein wenig schwierig war es vor allem deshalb, weil zwar alle Leute in eine Richtung schauten, fotografierten und filmten, das aber immer noch kein Garant dafür war, dass man den Leopard entdeckte. Der lag nämlich friedlich unter einem Busch und machte keine Anstalten, sich auch nur einen Zentimeter zu rühren. Warum sollte er auch, wenn es draußen 33° Celsius sind.

Der Trubel um den Leoparden war aber gar nichts. Der nächste Stopp waren die Löwen. Hier hatte sich ein regelrechter Verkehrsstau gebildet. In zwei Reihen standen die Wagen, hintereinander, durcheinander und die, die einmal vorne standen, hatten es schwer, wieder wegzukommen, weil da die Nachrücker aus beiden Richtungen waren. Aber die Löwen hatten sich schön in der Nähe der Straße platziert und wollten auch gar nicht weg. Sie hatten es schattig und ließen sich entspannt von hunderten von Leuten fotografieren.

Der Vormittag war sehr erfolgreich. An einem Rastplatz konnten wir einer Frau stolz berichten, dass wir die Big Five schon gesehen hätten:
»Wirklich?«
»Ja.«
»Das ist ja schön? An wie vielen Tagen?«
»Heute Vormittag«‹
»Wirklich?«

Wir waren waren schon Glückspilze, diesen Glück hat sicher nicht jeder. Die Frau hatte zum Beispiel kein Glück gehabt. Sie wollte mit ihrem Mann ein Picknick machen und in einem unaufmerksamen Augenblick, eilte ein Affe herbei, griff sich die Packung mit dem Brot und verschwand. Die Affen rannten damit nicht weit, sondern packten es aus und kauten der Frau und uns was vor. Unzufrieden wirkten sie dabei nicht.

Recht entspannt und sehr glücklich kamen indes wir in Skukuza an. Die Besatzung aus Wagen 2 wollte eine Pause einlegen, die unverdrossene Besetzung von Nummer 1 machte sich gleich wieder auf den Weg. Es gab Elefanten‐Kontakt, wir sahen einen Nyala und machten die Bekanntschaft mit einem störrischen Kap‐Büffel. Der stand auf einer schmalen Brücke vor einem Auto und wollte nicht Platz machen. So ging es weder vorwärts noch zurück. Eine Frau wagte es sich dann, mit ihrem Kleinwagen dem Büffel ein wenig Feuer unter dem Hintern zu machen, in dem sie auf ihn zuhielt. Ich glaube, dass der Büffel an dem Tag gut gelaunt war, denn nach ein wenig überlegen, entschied er sich, den Weg freizumachen.

Pünktlich zum Abendbrot waren wir im Camp. Die Mehrheit des Trupps zeigte seine Vorliebe für Steaks, nur Iris nahm sich der Nudeln an und Greta hatte ein halbes Kilo Spareribs geordert. Dann holten wir unser warmes Zeug, denn wir nahmen zurecht an, dass wir das beim Night Drive benötigten würden. Um acht Uhr saßen wir in den Safari‐Wagen und machten es uns bequem. Es war keine gute Idee, sich nach ganz hinten zu setzen. Wer da saß, wurde dazu verdonnert, zwei Stunden lang Spots zu halten und von hinten die Seiten auszuleuchten. Das man dafür im Jahre 2018 noch keine andere Lösung gefunden hat, die zumindest ein wenig komfortabler ist, dafür habe ich kein Verständnis. Eine simple Halterung würde schon genügen, aus der man den Spot herausnehmen kann, wenn er denn benötigt wird. Meine Begeisterung hält sich also sehr in Grenzen und wurde nur durch gemildert, dass wir auf der Straße auf drei Löwen trafen, die dort schliefen. Von »gefunden« kann man im Zweifelsfall noch sprechen, von »aufgespürt« kann allerdings nicht die Rede sein. Die Drei brauchten wahrscheinlich ihre Ruhe, aber wir hielten sie vom Schlafen ab. Ihren Unmut und Unwillen äußerten sie nicht, in dem sie laut protestierten. Vielleicht haben sie ja schon die Erfahrung gemacht, dass uns das noch mehr »anmacht« und üben sich nun nur noch im stillen Protest und zivilen Ungehorsam, in dem sie die Straße etwas hinuntergingen. Nicht, dass ihnen das geholfen hätte – wir folgten ihnen. Es waren unsere Löwen!

Um zehn Uhr waren wir zurück im Camp und fielen sogleich in unsere Betten. Wir sollten am nächsten Tag den Krüger wieder verlassen, waren aber ein wenig uneins über die zu wählende Route: Ich hatte irgendwann mal eine Route durch den Krüger Nationalpark ausgekundschaftet, die uns über das Orpen Gate geführt hätte. Der Vorteil wäre die Besichtigung vieler Tiere gewesen, der entscheidende Nachteil jedoch, dass wir keine Frühstücksgelegenheit hatten. Die Restcamps auf dem Weg waren spärlich gesät. Es wurde ein späteres Aufstehen und gemütliches Frühstück vorgezogen. Da gab es noch ein wenig Diskussion, ob man nun eine längere Strecke durch den Park fährt oder eine kürzere. Die Mehrheit entschied für die kürzere, um bequem im nächsten Camp ankommen zu können. Henrik war ein wenig unglücklich mit dieser Entscheidung, und versprach uns, dies auf jeden Fall vorzuhalten, wenn wir zu früh im nächsten Camp ankommen würden. Damit konnten wir erst einmal leben, zumal sich Henrichs Unmut spätestens am nächsten Morgen gelegt haben dürfte, nachdem wir das Wetter sahen: bedeckt und später regnerisch. Safari und Regen macht auch nicht so viel Spaß.

Von der Fahrt zu unserem nächsten Camp welches im Timbavati Game Reserve lag gibt es dreierlei Interessantes zu berichten: Die Bonbons, die wir für Notfälle mitgenommen haben, bei denen uns Kinder um Süßigkeiten anbetteln, haben wir bald alle selbst aufgelutscht. Wir sind auf eine neue interessante Variante von Bumps gestoßen, die offenbar von Einwohnern selbst gebaut worden sind (immer diese Bürgerinitiativen!), die es nichtsdestotrotz aber in sich hatten. Letztlich standen wir an der Tankstelle nach Diesel an, wobei uns eine Wartezeit von fünf Minuten versprochen wurde, es sich aber herausstellte, dass sich das nicht an der offiziellen Zeitrechnung orientierte, sondern die afrikanische Variante war. In der Zeit fand ich dann heraus, dass die Tankwart‐Frau sich sehr über ihren Job freute, nachdem sie viele Jahre zuvor arbeitslos war, mit ihren Eltern, ihrer Schwester und ihrem Kind in einem Haus zusammenwohnte, kein Afrikaans sprach (was in der Kommunikation mit mir ihr nicht zum Nachteil gereichte) und sie Süßigkeiten mochte, wovon wir ja noch reichlich hatten und gleich mal abgeben konnten.

Unsere Lodge – die Simbavati River Lodge – erlegt uns einen strengen Zeitplan auf. Wir kamen um kurz vor halb drei Uhr dort an und das hieß, wir wurden zum Lunch gebeten. Es war nicht viel, aber alles sehr, sehr schmackhaft. Auch die Spinat‐Quiche soll sehr lecker gewesen sein und nachdem Greta und ich die Ananas aus dem Nachtisch herausgeholt hatten, hatten wir auch Spaß an der. Es war ein wenig stressig, denn um halb vier Uhr sollte es schon High tea geben. Dieser zeichnete sich dadurch aus, dass es Kaffee und Tee gab. Zusätzlich wurde Kuchen gereicht. Da wir gerade vom Lunch aufgestanden waren, war es mir unmöglich, auch nur ein Stück von dem so verführerisch aussehenden Schokoladenkuchen zu nehmen. Es war wirklich ein Elend! Aber während der anschließenden Safari sollte es noch einen kleinen Snack geben, auf dass wir auf keinen Fall verhungern.

Unser Trupp hat seinen eigenen Safari‐Wagen mit einer Führerin, deren Namen ich leider gerade vergessen habe und einen Tracker, dessen Namen ich auch vergessen habe. Zum besseren Verständnis des Dilemmas: Es gibt auch noch eine Gäste‐Chefin, deren Namen ich hätte mir merken müssen und uns stellte sich ein Mann vor, der sich als unser Butler bezeichnete. Da auch dieser einen Namen jenseits von »John« und »James« hat, passe ich bei dieser Gelegenheit und benenne sie einfach nach ihren Tätigkeiten. Vorneweg aber eines: Ein jeder ist fantastisch und wir sind absolut begeistert von jedem hier, den wir in dieser Lodge kennengelernt haben. Das gilt eigentlich für alle, die sich während dieser Reise um uns gekümmert haben, aber hier wurde noch mal eine Schippe draufgelegt.

Der Game Drive begann und wir waren noch keine zehn Minuten unterwegs, da ging es über Funk los. Man hätte Wildhunde entdeckt. Es war wie eine Jagd. Schließlich erspähten wir die Hunde, die gerade ihre Fitness‐Stunde absolvierten. Das heißt, sie waren einfach nur unterwegs und nicht dabei, etwas aktiv zu jagen. Eine zeitlang folgten wir ihnen noch, dann verloren wir unserer Interesse an ihnen. Unsere Führerin war absolut begeistert von ihnen und erzählte uns auch, dass die Wildhunde manchmal für Wochen nicht zu sehen sind. Sie haben ein riesiges Aktionsgebiet und würden nur hin und wieder mal im Reserve vorbeischauen. Sehr viele gibt es von den Tieren nicht mehr. Sie sprach von 600 Exemplaren weltweit. Ich hoffe mal, dass die Zahlen in der Wikipedia ein wenig mehr recht haben, danach wären es über 3000 Exemplare.

Faszinierende Exemplare, die wir heute auf der Morgen‐Safari nochmals beobachten durften. Da waren sie erst im Exkursionsmodus und streunten durch die Gegend. Die jungen Hunde spielten miteinander und auch die älteren Exemplare waren mit Freizeit‐Aktivitäten beschäftigt, zum Beispiel an Zweigen herumkauen. Wie aus dem Nichts fingen sie aber an loszupesen und jagden ein Impala. Wie es für das Impala ausgegangen ist, weiß ich nicht. Die Chancen standen aber nicht sehr gut, denn ich las, das neun von zehn Jagden erfolgreich ausgehen würden.

Das ist eine Quote, von der Löwen wohl nur träumen können. Auf diese trafen wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Neun Exemplare lagen in der Savanne und ließen es sich gut gehen. Zur allgemeinen Freude zeigten sie auch ein wenig Bewegung, auch wenn sie nur von einem Platz zum anderen gingen. Ansonsten gab es auf den beiden Safaris den »üblichen« Safari‐Krams zu sehen: Elefanten und Giraffen, Krokodile und Flusspferde. Wir sind also durchaus ein einem glücksseligen Zustand.

Eine Beobachtung am Rande: Jedes Mal, wenn wir hier einen großen Vogel betrachten, kommen Hyänen vorbei. Sie haben aber entweder etwas dringendes vor und waren auf der Flucht vor Wildhunden, haben wir keine Aufnahmen, die sie in einem ruhenden Zustand zeigen.

Schon am Nachmittag hatten wir gesehen, dass abends gegrillt werden sollte und das war es gab, half uns auch darüber hinweg, zu vergessen, dass wir soweit von zu Hause entfernt sind. Die südafrikanische Vorliebe für Spinat bleibt mir zwar ein Rätsel, aber es gab jede andere Speisen, auf die ich ausweichen konnte.

Nun ist unsere Pause schon wieder vorbei und ich muss mich auf den Weg machen, um die Reisegefährten beim Lunch zu treffen. Mal schauen was es gibt: Wir haben uns der Natur hier angepasst, in der es hauptsächlich um essen und schlafen geht. Naja, und um Safaris.

2018-10-14T14:26:33+00:0014. Oktober 2018|Categories: Südafrika 2018|Tags: , , , , , , , , , |Kommentare deaktiviert für Drei Tage