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Allein unter Amerikanern

Was gibt es schöneres als vorm Fernseher zu sitzen, einen Film zu schauen und dabei – knack, knack – ein paar Pistazien zu knacken? Der Profi ist gewappnet und hat immer etwas zu trinken neben sich stehen, um den miesen, ja teilweise ekelhaften Geschmack, den einige schlechte Pistazien verursachen, schnell herunter- oder wegspülen zu können. Nachdem Netz Pistazien, das ich hier jetzt geöffnet habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, in Deutschland keine Pistazien mehr zu essen.

Es hat mich ein halbes Vermögen gekostet, dafür ist es auch ein großes Netz und die Tütchen, die wir bei uns daheim haben, sehen lächerlich aus. Auch dachte ich noch bei mir: Ein Netz, das offen ist, ist das nicht unhygienisch? (Gerade bei den Amerikanern: Hier auf der Toilette sind nicht nur die Toilettenbrillen-Papier-Abdeckungen zu finden, die es bei uns auch gibt. Hier in der Firma steht daneben noch ein Spray, welches verspricht zu 99% alle Bakterien abzutöten. Wer weiß, was da drin ist. Sprühen und schnell den Raum verlassen scheint mir aber in jedem Fall angemessen.) Die Tüten, die wir bei uns daheim bekommen, wirken doch viel hygienischer. Aber nein, von denen, die ich hier bisher gegessen habe, war keine Einzige schlecht und überhaupt machen sie einen viel frischeren Eindruck.

Was natürlich nicht heißt, dass man manche mit den Mund knacken muss und dass die Finger nach dem vielen Pulen mit den kurzen Fingernägeln weh tun.

Gibt es auch was von der Arbeit zu berichten? Abgesehen davon, dass das System sehr, sehr langsam ist und die Verbindung zu den Servern zusammenbricht? Der Tisch mit den Sachen für die Auktion bordet über. Mittlerweile sind sogar ein paar Sachen dazugekommen, die man ersteigern könnte. (Das war ein Scherz!)

Ist man bei den Redakteuren hört man hin und wieder komische Geräusche. Eines erinnert an die alten Morse-Geräte. Warum solche Geräusche zu vernehmen sind, habe ich noch nicht herausgefunden. Was ich nicht bezeugen kann, weil ich es nicht gesehen und verstanden habe, aber es tönte danach, anders kann ich es nicht sagen, ist, aber man verlässt sich wohl nicht nur auf die Polizeinachrichten, die per Fax oder Mail kommen, sondern schaut, was sich auf dem Äther so tut.

Kein Wunder: Ein Großteil dieser Zeitung besteht aus Nachrichten über lokale Verbrechen, über festgenommene Personen und zu jagende Verbrecher. Liest man die Zeitung, hat man das Gefühl in einer der gefährlichsten Gegenden der Welt zu sein. Besuchte Michael Moore für seinem Film Bowling for Columbine nicht Detroit? Verbrechen nehmen einen großen Raum in den Zeitungen ein, vermutlich werden diese Berichte auch nicht konsequent gekürzt.

Die anderen komischen Geräusche kommen von den Sportbegeisterten in der Redaktion, die vor dem Fernseher stehen und ihre Mannschaft anfeuern und laut fluchen, wenn es für ihre Mannschaft mal nicht so läuft. Nicht unüblich, und da kommt man zu dem ersten Punkt zurück, sind Mordaufrufe und Mordbeteuerungen, die in der Vehemenz jeden Taliban wie einen Waisenjungen aussehen lassen.

Mit einem Sportredakteur kam ich ins Gespräch, was man bei mir und meinem englisch so Gespräch nennt, als ich sah, dass er sich im System mit dem Namen Schmitt anmeldete. Ich meinte zu ihm, das wäre ja ein deutscher Name, worauf er mir berichtet, dass dies stimme, seine Vorfahren seien Deutsche gewesen, aber irgendein Urahn hätte sich entschlossen, den Namen von Schmidt auf Schmitt zu ändern, weil es einfacher wäre. Er reagierte überrascht, dass es in Deutschland immer noch üblich sei, zu fragen, ob ob man es gerade mit einem tt- oder mit einem dt-Schmi zu tun hätte. Vielleicht nahm er an, dass die Schmi(tt|dt)s der Welt, dieses Problem mittlerweile gelöst hätten. Lustig war dann, als er erzählte, der Urahn der sich zu Schmitt nannte, hätte eine deutsche Frau gehabt (klar ‘ne?), die auf den Namen dummdidumm hörte (was natürlich hier nur ein Platzhalter ist), da ich seine Aussprache hier nicht wiedergeben kann. Dann fragte er mich, ob ich den Namen kennen würde. Ich meinte, nicht mit seiner Aussprache, ob er ihn mal aufschreiben könnte. Er war ehrlich entzückt, als ich Fernholz mit deutscher Aussprache vorlas. Eine Bestätigung, dass der Name mir geläufig wäre, konnte ich aber nicht geben.

Mit Mike, der hier zum technischen Stab gehört, habe ich mich über Fußball unterhalten. Er bedauerte, im letzten Jahr in Deutschland gewesen zu sein und zwar gerade zu der langweiligen Zeit, nachdem die Weltmeisterschaft beendet war und das Oktoberfest noch nicht begonnen hatte.

Und dann war da noch … die Bluse. Die dürfte mittlerweile schon angekommen sein, auch wenn ich es mir erspart habe, das Geschenk meiner Tante als Overnight-Paket zu schicken. Vielleicht passte es ja sogar mit dem Geburtstag zusammen, der diesen Monat sein soll.

2007-11-06T06:23:00+00:006. November 2007|Categories: Unterwegs, USA 2007|Tags: , , |Kommentare deaktiviert für Allein unter Amerikanern