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Abenteuerliche Menüfolge

Die Straßen hier in Michigan sind echt gräuslich. Liegt wohl daran, dass nicht so viel Geld in die Infrastruktur gesteckt wird (kein Wunder, wenn man kein Geld hat, wenn man überall in der Welt Krieg führt) und zum anderen sind Winter hier recht hart. Fährt man normal durch die Gegend, registriert man das. Richtig abenteuerlich wird das erst, wenn man ein Satz Getränke (unter anderem heißen Kaffee auf den Knien hat), die man unbeschadet von Dunkin‹ Donuts zur Firma bringen muss.

Da konnte Arnd noch so vorsichtig fahren, die Straßen hier, würden jedem Hollywood-Action-Held beim Transport von Komponenten-Sprengstoffen den gar aus machen. Die Donuts hatten wir schon vor drei Tagen geholt, Donnerstag glaube ich, aber ich vergesse manchmal etwas aufzuschreiben, obwohl es mir bemerkenswert erscheint.

Freitag und Sonnabend sollten eigentlich die Abende sein, an denen es ruhiger hier zugeht. Für Freitag war ein Feierabend um null Uhr anvisiert, für gestern um halb elf Uhr abends. Daraus wurde in beiden Fällen nichts. Wir kamen erst am Sonnabend um halb drei Uhr aus der Firma und gestern (sprich heute) war es auch schon nach Mitternacht. Da wir aber gestern nur einen kleinen Lunch hatten und wir eigentlich nicht mit Komplikationen gerechnet hatten, so auf ein spätes Dinner spekuliert hatten, kamen wir hungrig aus der Zeitung und standen vor der großen Frage, wo es noch etwas zu Essen gab.

Realistisch kamen nur die großen Anbieter in Frage: Der mit dem M und der mit dem B. Es wurde der mit dem M und ich konnte noch eine Premiere feiern, schließlich habe ich es trotz der hohen Zahl von Jahren, die ich mittlerweile auf dem Buckel habe, noch nie mein Essen an einem drive thru abgeholt. Im Hotel holten wir uns noch ein wenig Bier und verspeisten die gar leckere Mahlzeit. Ich muss schon sagen, dass man hier ordentlich Opfer bringt.

Den Abend, oder vielmehr die Nacht, ließen wir uns natürlich nicht vermiesen. Ich hatte schließlich leckeren Wein aus Deutschland mitgebracht und der Duhart-Milon, den wir uns noch schmecken ließen, wollte natürlich den langen Flug zurück nach Deutschland machen. Wir fanden ihn anfangs etwas lasch, aber es ist natürlich eine Sünde einen Wein zu öffnen und zu trinken. Aber was sollten wir machen? Die Zeit, ihn atmen zu lassen, hatten wir nicht – so spät wollten wir auch nicht zu Bett. Und was heißt auch schon Sünde? Wenn man vorher Krams von McDonalds gegessen hat, konnte es eigentlich nur besser werden.

Immerhin hatten wir gestern eine Spur von Wii-Stations gefunden. Ich hatte Arnd vorgeschlagen, es doch mal bei Toys-r-us zu probieren und siehe da, der Mann konnte uns berichten, dass für heute eine Ladung angekündigt war. Arnd fragte noch, wann die denn kämen. Die kämen, dies wüsste er genau, so der Verkäufer, gleich morgens. Der Laden machte um neun Uhr auf (wohlgemerkt, an einem Sonntag). Arnd sprach zwar immer von wir, wenn er meinte, wir müssten eine Wii-Station kaufen, aber mit mir konnte er dabei nicht rechnen. Ich hatte nicht vor, um neun Uhr vor einem Laden zu stehen. Neun Uhr ist für mich keine Zeit mehr, wo ich aufstehe. Vor elf, in der Regel zwölf Uhr passiert bei mir gar nichts mehr. Er hat mir vorhin am Telefon berichtet, dass er keine Wii bekommen hätte, weil vor dem Laden schon eine Reihe von Leuten standen, von denen einige Gutscheine hatte. Nach deren Beschreibung standen sie schon viel früher vor dem Laden, dann wäre ein Mitarbeiter herausgekommen und hätte der Reihe nach Gutscheine für die 29 Wiis verteilt, die gekommen waren, und wäre wieder verschwunden.

Das ist wirklich eine große Überraschung: Diese Spielekonsole ist vor einem Jahr herausgekommen und man steht immer noch danach an. Arnd könnte sie natürlich online bestellen, kein Problem. Nur sind die Preise dann auch ganz andere. Mit einer Playstation oder einer X-Box kann er aus jedem Laden herausgehen, er kann davon auch mehrere kaufen. Käme er aber über eine Lieferung von Wiis, so ist gewiss, dass er nur eine kaufen dürfte. Aber das wäre dann auch schon ein Luxusproblem…

Dafür hat er ja ein iPhone. Wirklich ein nettes Teil. Manch einer motzt ja rum, es hätte kein UMTS und kein GPS und kein … Aber egal, es ist wirklich ein nettes Gerät, hübsch anzuschauen, mit einer eleganten Benutzerführung, wie ich sie noch nicht gesehen habe. Ich werde vermutlich trotzdem nicht zurückkommen nach Deutschland und 400 Euro für ein Telefon auf den Tisch legen.

2007-11-11T21:11:10+00:0011. November 2007|Categories: Unterwegs, USA 2007|Tags: , , |Kommentare deaktiviert für Abenteuerliche Menüfolge