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Zwischenstation

Chicago ist unsere nächste Station. Bis Montag halten wir uns in der Stadt am Lake Michigan auf. An diesen sind wir aber heute schon gelandet, denn unsere Zwischenübernachtung machten wir im Sandcastle Inn in South Haven. Egal, was man vorher gelesen hat oder was man weiß, man ist trotzdem immer wieder erstaunt. So ging es uns an den Niagara Fällen und am Lake Michigan ist es nicht viel anders. Einfach gewaltig. Man glaubt an einem Meer zu stehen.

Sogar so etwas wie eine Steilküste haben sie hier, und einen Sandstrand, der einfach fantastisch ist und überhaupt nicht wie ein Strand an einem See wirkt. Wir verstehen gut, dass dies hier ein idealer Urlaubsort für Leute ist, die nicht so weit fahren wollen (nach Chicago sind es drei Stunden, so ungefähr das Gleiche wie Usedom von Berlin).

Gestern aßen wir auf einem Schiffsdeck, recht zünftig. Es gab mal wieder Hamburger. Davon abgesehen, dass der Hamburger an sich schon sehr schmackhaft war. Die Beilagen waren auch sehr interessant. Statt Fritten gab es mal Chips und diese Kartoffelchips waren wirklich sehr würzig und höchst interessant. Was man auch von dem Karottensalat (mit Kirschen), den es dazu gab, sagen konnte. Noch interessanter war allerdings die Frage, was man zu einem Hamburger trinkt, wenn nicht gerade Cola.

Da ich mal nicht Auto fahren musste im Anschluss, entschied ich ich für ein Bud. Auf der Flasche, ich durfte in einem Restaurant aus der Flasche trinken (vermutlich hatte ich eine Frage falsch beantwortet), wird das Bier als das Beste aller Biere angepriesen, egal welcher Preisklasse. Das ist ziemlich große Schaumschlägerei, aber wer den Mut hat, so etwas auf seine Flaschen zu schreiben, der soll es tun. Ich muss es ja nicht glauben. Es gibt für meinen Geschmack genügend Biere, die besser schmecken.

Wesentlich schwieriger ist schon die Frage zu beantworten, welchen Wein man zu einem Burger nimmt. Susann hatte sich vor der Wahl des Essens für Rotwein entschieden. Die Dame am Nachbartisch, sehr fein gemacht, aß ihren Hamburger mit der Hand, wie es sich gehört, und trank dazu Weißwein. Nach reichlicher Abwägung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass man zu Hamburgern Weißwein reichen muss.

Überhaupt: Wein. Als wir über die Niagara Falls in Richtung Toronto unterwegs waren, kamen wir durch eine Gegend in Ontario, wo sich ein Weingut an das nächste anschloss. Da waren wir gehörig überrascht. Wir hatten es nicht geschafft, Wein aus Ontario zu besorgen und zu verkosten. Aber auch hier in Michigan gibt es Wein und so waren wir gestern sehr mutig und haben eine Flasche Riesling mitgenommen. Sagen wir mal so: Ich hatte Schlimmeres erwartet. Es war ein süßer, aber nicht bonbonartig schmeckender Wein, der mit dem Riesling, den wir aus Deutschland gewohnt sind, wenig zu tun hat. Ein Experiment, aber keines, das wiederholt werden muss.

Die Verhältnisse sind in Deutschland natürlich ganz andere, als hier in den USA. Manchmal sagt man zum Glück. Manchmal ist es aber auch schade. Zum Beispiel beim Thema Internet im Hotel. Hier ist es gang und gäbe, und so wird es auch auf Schildern an der Autobahn beworben, dass es freien Internetzugang im Hotel gibt, meist als WLAN. WLAN in deutschen Hotels gibt es auch, aber dort hat man sich von der Telekom zu einem Hotspot breitschlagen lassen und so zahlt man für eine Viertelstunde Internet zwei Euro.

Das höchste der Gefühle hier war in einem Hotel 6 Dollar gewesen, dafür aber für drei Tage. Fairerweise muss gesagt werden, dass man für den gesamten Aufenthalt bezahlt. Während wir drei Wochen dort geblieben, hätten wir auch 6 Dollar bezahlt. Der, der nur einen Tag vor Ort ist, zahlt auch 6 Dollar, was dann nicht mehr ganz so fein ist.

In solchen Orten wie South Haven, wo um das Bed & Breakfast jede Menge Wohnhäuser stehen, hat man aber auch gute Chancen ein anderes WLAN zu finden. Mit geschützten WLANs, so meine Beobachtung, hat man es hier nicht so. Oder die geschützten Netze sind hier alle versteckt.

In Chicago besuchen wir unseren Freund Arnd, der vor kurzem von Atlanta in den Norden gezogen ist. Vor unserer Abreise hatte ich ihm noch unsere Handy-Nummer mitgeteilt, auf dass wir uns über die Anreise-Formalitäten verständigen könnten. Er gab uns freundlicherweise auch seine Kontaktdaten, damit wir ihn erreichen könnten, wenn er irgendwo für uns Kaution stellen muss. So weit ist es nicht gekommen. Gestern versuchte ich ihn anzurufen, und als das nicht ging, schaute ich über das WLAN unserer Unterkunft, ob ich ihn über Skype erreichen könnte. Darüber teilt er mir mit, dass er uns schon viermal versucht hätte, zu erreichen und aufs Band gesprochen hätte, wir blöden Touristen uns aber nicht melden würde. Das war komisch, denn die Handy-Mailbox hatte mir nichts mitzuteilen. Ich rief in Borgdorf an und siehe da, hier waren die Anrufe von Arnd gelandet. Grund genug sich darüber zu mokieren, aber nur bis zu dem Augenblick, wo ich feststellte, dass alle Anrufe umgeleitet wurden.

Susann und mein Notfall-Plan war eigentlich gewesen, dass wenn wir uns irgendwo verlieren sollten, über die Mobiltelefone verständigen wollten. Der Plan hatte sich in Luft aufgelöst. Denn Anrufe auf Susanns Handy landeten immer auf der Mailbox, Anrufe auf meinem Telefon immer in Borgdorf. Was natürlich sehr sinnig ist. Wir dürfen uns jetzt einfach nicht mehr verlieren.

Wir sind hier mit dem Frühstück fertig. Susann hat der House Keeperin auch schon das Rezept für den Apple Cheese Pancake abgeschwatzt, der hier heute morgen absolut schmackhaft serviert wurde. Es war schon mal wieder schön, von richtigen Tellern zu essen und auch zum Frühstück Besteck benutzen zu dürfen, welches nicht aus Plastik ist.

2007-05-25T13:28:00+00:0025. Mai 2007|Categories: Unterwegs, USA 2007|Tags: , |Kommentare deaktiviert für Zwischenstation