Ganz, ganz schlechte Nachricht - ohne JavaScript werden wir hier nichts...

Vaters Sohn

Hatte ich schon mal erzählt, wie ich mit meinem Vater einen Drucker gekauft habe? Nein, dann sei das Erlebnis hier kurz nachgeholt. Wir standen also bei einem großen, bundesweit vertretenen Elektronik-Anbieter in der EDV-Abteilung und ich sagte meinem Vater, welche Modelle ich für empfehlenswert halte. Wir hatten letztlich die Wahl zwischen zwei Modellen. Mein Vater meinte abschließend: »Nehmen wir den, die Verpackung hat einen Henkel.«

Mein Vater pflegt übrigens auch zu sagen: »Kommen wir über den Hund, kommen wir auch über den Schwanz.« Als ich dies das erste Mal hörte, lag ich auf dem Boden. Allerdings nur deshalb, weil sich meine Mutter über die etwas legere Haltung meines Vaters echauffierte.

Aber warum auch kompliziert, wenn es auch einfach geht? Von einer verstorbenen früheren Freundin stammte der Spruch von verschwendeter Lebenszeit. Aber es wäre nicht mein Vater, wenn ich die selbe Lässigkeit für spontane Entscheidungen mitbekommen hätte. Eigentlich wollte ich gestern nur kurz zum Media-Markt (den ich ja eigentlich meide, aber die Zeit drängte) und ein Navi-System für den USA-Aufenthalt holen. Fand ich irgendwie eine gute Idee. Beim Reinfahren in die Tiefgarage vom CITTI-Park und erst da, kam mir mein Auto sehr laut vor. Na, was hat er denn, dachte ich. Wird doch wohl nichts Ernstes sein. Was macht man bei PCs mit lärmenden Lüftern. Ausschalten. Ruhen lassen. Danach geht es meist wieder besser. Ich also kurz Navi-System gekauft und Katzenstreu besorgt.

Ich komme runter, mache den Wagen an und erschrecke vorbeilaufende Passanten mit einem röhrenden Motor. Einer der Mitmenschen hebt den Daumen und nickt mir wohlwollend zu. Geiles Geräusch! Dem mochte ich mich nicht anschließen.

Nun war ich noch in der Stadt und dachte mir, dann war mal lieber gleich zur Werkstatt. Wenn ich erst einmal in Borgdorf bin, verkomplizieren sich die Sachen nur unnötig. Die Werkstatt hatte noch auf und diagnostizierte und größere Künste, dass hatte ich auch gesehen, dass das Auspuffrohr sich vom Auspuff gelöst hatte. Auspuff war noch dran. Sie könnten es reparieren, aber es würde eine Stunde dauern. Kein Problem, ich warte.

Ging in den Kundenraum und wollte mich schon setzen. Kann ich immer noch, tönte es in meinem Kopf, schau Dir erst einmal die Modelle an, die da so rumgeistern. Da nicht so viel los war, setzte ich mich mal in einen 207er rein und dachte so bei mir: »Nun ja, nett«. Er war anders als mein 206er, etwas größer, die Armaturen etwas fetziger. Aber kein Radio. Ich saß einfach so da. Das ist wie eine Falle, denn ein Verkäufer kam natürlich vorbei und fragte, ob er helfen könne, was ich verneinte. Schließlich wartete ich nur auf mein Auto.

Mir wäre ja schon ein wenig geholfen, dachte ich so bei mir, wenn ich ein Auto hätte, welches nicht unbedingt im Winter von innen vereist. Eiskratzen von innen ist wirklich das Blödeste, was einem passieren kann. Dann macht es auch keinen großen Spaß mit dem Wagen schneller als 130 zu fahren. Wir können ja mal rechnen, meinte ich zum Verkäufer. So rechnete er für mich und letztlich kam ich zu dem Ergebnis, dass es wirklich kein schlechter Deal wäre, wenn ich mein Auto tausche.

Am Dienstag wird getauscht. Den kaputten Auspuff muss ich auch nicht mehr bezahlen und die Inspektion im September spare ich auch. Ich bin eigentlich ganz zufrieden.

Ich glaube nicht, dass es viele Leute gibt, die das so schnell über die Bühne bringen. Wenn ich mal von meinem Vater absehe…

2007-05-12T20:11:00+00:0012. Mai 2007|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Vaters Sohn