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Kinky Friedman – »Katze, Kind und Katastrophen«

Ob wohl wieder was kommt? Schließlich stammen die Bücher, die wir jetzt noch von Kinky Friedman zu lesen bekommen, aus der Zeit, bevor er sich als Gouverneur in Texas beworben hat. Um den Ernst seiner Bewerbung zu unterstreichen, wollte er sich aus dem Literaturbetrieb zurückziehen. Aber nun ist die Wahl vorbei und Kinky Friedman hat die Wahl nicht gewonnen, ganz im Gegenteil, der lag weit abgeschlagen hinter den anderen Bewerbern. Wird er jetzt wieder schreiben oder wird er sich andere politische Betätigungsfelder suchen?

Der Buch-Kinky hat die Probleme nicht. Er hat drei Fälle in der Mache, drei heiße Eisen und diese sind alle so heiß, dass er sie gar nicht aus dem Feuer nehmen will. Gut, es waren eine Menge Vermisstenfälle drunter, aber auch die mussten bearbeitet werden. Der heißeste Fall war dabei der eines kleinen Jungen, der autistisch veranlagt war. Seine Fähigkeiten waren enorm, nur kommunizieren konnte er nicht. Die Eltern, davon konnte sich Kinky überzeugen, liebten ihr Kind abgöttisch und waren völlig verzweifelt.

Ein etwas anderes Licht brachte ein Interview mit der Tochter der Familie, die zu erzählen wusste, dass der Junge gehörig neben sich stand und beispielsweise vor einiger Zeit nachts am Bett der Eltern stand und dabei war, mit einer Schere das Bettlaken zu zerfetzen.

Unglücklicherweise musste Kinky in dieser Zeit ein verzweifelter Ruf aus der Texas ereilen. Das Hausmaskottchen von Cousine Nancy war verschwunden und auf der Farm war Halbmast geflaggt. Die detektivischen Fähigkeiten von Kinky wurden dringend angefordert. Nun stand dieser vor der Wahl ein autistisches Kind zu suchen und dafür Geld zu bekommen oder seiner Cousine Nancy zu helfen. Er entschied sich für Texas und überließ seinen Autisten-Fall Rambam, seinem guten Freund und ebenfalls einem sehr fähigen Ermittler.

Während sich Kinky in Texas herumtreibt und die Nachbarn seiner Cousine unter die Lupe nimmt, bahnt sich zwischen der Tochter der Weinsteins, der Schwester des Autisten-Jungen, und Rambam etwas an, was den sonst soliden Ermittler völlig aus der Bahn wirft. Hatte Kinky vor seiner Abreise noch gehofft, bei der jungen Dame zu landen, so sah er langsam seine Fälle davonschwimmen. Sowohl was die Dame anging wie auch was den Fall, in dem nicht ermittelt wurde, weil Rambam damit beschäftigt war, gute Restaurants für die Weinstein-Tochter zu finden.

Erst seine Heimkehr nach New York bringt wieder Schwung in die Ermittlung.

Wirklich schlecht ist der Roman nicht, denn wie so viele Romane Kinky Friedmans lebt er von der Atmosphäre. Allerdings ist er auch kein Höhepunkt in der Kinky-Friedman-Reihe. Sollte sich der Autor Friedman entschließen, wieder zu schreiben, so könnte die längere Pause vielleicht sogar heilsam wirken und mit seinen neuen Erfahrungen dem literarischen Kinky Friedman neue Ein- und Aussichten eröffnen.

2007-05-09T09:00:00+00:00 9. Mai 2007|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Kinky Friedman – »Katze, Kind und Katastrophen«