Ganz, ganz schlechte Nachricht - ohne JavaScript werden wir hier nichts...

Gewechselt

Die zweite Runde hat begonnen: Die Südstaaten haben wir mittlerweile verlassen und sind in den Nordstaaten eingetroffen.

Während es warm, manchmal gerade zu heiß war, sieht es hier in Maine nicht so besonders doll aus mit dem Wetter. Auch die Aussichten sind mehr als trüb und regnerisch. Aber das kann einen nach zwei Wochen mit 28 Grad Celsius und mehr nicht wirklich schocken. Da wirken 15 Grad schon mal frisch, aber nicht unangenehm. Es könnte allerdings sein, dass wir uns noch erweitertete Regenkleidung besorgen müssen.

Bahnbrechende Entdeckungen gibt es nicht zu verzeichnen, was allerdings nicht erklärt, dass in den letzten Tagen hier nichts geschrieben wurde. Die Ibberville Suites in New Orleans hatten einen Business‐Raum, wie es hier heißt, verlangten aber pro zwanzig Minuten Internet 6 Dollar. Das war ein Tarif, den ich nicht akzeptieren konnte. So ließ ich es. Das nächste Hotel war zwar mit freiem Internet‐Anschluss ausgestattet. Der Treiber für das feste LAN ist aber nicht installiert (warum auch immer) und so konnte ich das Kabel bewundern und mich ärgern.

Das Essen war in den letzten Tagen von New Orleans meist enttäuschend. Es gab einen netten Ort am Jackson Square, der eine sehr gute Bedienung hatte und das Essen auch schmeckte. Aber die beiden anderen Mal, gab es entweder Probleme mit der Bedienung (die uns die Teller nur so hinschmiss, wir aber auch über eine Stunde auf das Essen warten mussten) und beim zweiten Mal, war das Essen nicht so sonderlich herausragend. Susann meinte, dass man für gutes Essen Geld hinlegen müsse, dass müsste man in Deutschland aber auch. Da in ich etwas anderer Meinung. Man kann in Deutschland hervorragend auch für weniger Geld essen, spart dann aber am Stil und nicht am Geschmack. Mir fallen da eine Reihe von Restaurants in unserer Umgebung ein und von Dienstreisen.

New Orleans stank. Auch hier habe nicht herausgefunden warum, aber die Spaziergänge durch das French Quarter waren nicht geruchstechnisch kein Vergnügen. Man kam um die Ecke und plötzlich verschlug es einem den Atem. Ging man ein paar Schritte weiter, war das Thema erledigt. Insofern ist der Eingangssatz eine Verallgemeinerung, denn das trifft sicher nicht für alle Viertel in New Orleans zu. Im Touristenviertel war es aber an den Tagen, an denen wir da waren so. Man kann ganz nett durch die Straßen spazierengehen, bekommt eine Menge zu sehen. Tagsüber an Kunstläden, abends an Kneipen mit Live‐Musik. Wir haben uns gar nicht soviel in der Stadt herumgetrieben, sondern uns häufig in die Umgebung verzogen.

Ach ja, das Wasser in New Orleans war weniger gechlort, man konnte es sogar trinken. In Maine, zumindest hier in Kennebunk, ist nicht der geringste Chlorgeschmack zu spüren. Obwohl es da ist, das Chlor.

Einen Tag haben wir damit verbracht, eine Plantage zu besichtigen, was einigermaßen interessant war, allerdings schön anzuschauen, und wir haben eine Sumpftour gemacht, bei der wir unseren Führer beobachten konnte, wir er einnen Alligator küsste, eine Aktion, die meiner Frau das Herz stehenblieben ließ. In der Nähe von New Orleans gibt es übrigens einen Ort namens Hahnville, den wir auch besuchten. Nichts großartiges, aber putzigerweise liegt er auch noch am Lac des Allemagne.

Wir machten uns dann auf den Weg von New Orleans zu einer kleinen Stadt über Birmingham (Alabama) – ich durchquerte fahrenderweise nonstop drei Bundesstaaten (hey, hey, hey!) – und wollten uns, bevor wir nach Atlanta zurückkehrten, die dortigen Wasserfälle betrachten. Es trübte sich an dem Abend etwas ein, weshalb wir es ersteinmal ließen und stattdessen einen Wal Mart Supermarkt besichtigten, was auch nicht uninteressant war. Am nächsten Morgen sah es erst recht freundlich aus, als wir aber an unseren Wasserfällen ankamen, fing es an zu regnen, und kurze Zeit später tobte ein ordentliches Gewitter. Wir haben von den Wasserfällen nichts gesehen, wir sahen nur Wasser fallen und Blitze. Und das bis zur Grenze von Atlanta. So ein Blitzeinschlag in einen Strommast ist auch sehr beeindruckend.

Gestern morgen waren wir noch in einem Supermarkt: Unser Freund wollte noch kurz was einkaufen. Ich finde Citti in Kiel ja immer wieder beeindruckend, auch wenn ich mich dort jetzt schon hervorragend auskenne. Wal Mart war noch riesiger, wen auch weniger auf Lebensmittel ausgerichtet. Ich würde fast sagen, WM war größer als mein Citti Markt. Kleiner war der Supermarkt in Atlanta. Aber die Präsentation war hundertmal besser als in jedem Supermarkt (auch bei Citti, mit Verlaub) in Deutschland. Ich konnte leider keine Bilder machen, da ich nicht dachte, dass der Einkauf von Frühstücksmaterialien so interessant sein konnte.

Der Flug nach Boston war dann problemlos. Das Fliegen macht aber keinen Spaß mehr. Hier muss man sich fast komplett entkleiden, oder was soll ich davon halten, dass man seine Schuhe ausziehen muss. Turnschuhe o.k., aber warum Badelatschen. Manchmal habe ich das Gefühl, man verschärft die Sicherheitsvorkehrungen einfach mal ein bisschen und schürt damit noch mehr Angst bei der Bevölkerung, um sie anschließend noch besser zu überwachen. Man kann ja sagen, die Sicherheitslage wäre sehr kritisch. Ich weiß schon, warum ich gerne Bahn fahre, da hat man sich auf diesen Schnickschnack noch nicht eingelassen. Die Entwicklung ist ja nicht nur hier in den USA zu beobachten, sondern auch in Europa.

Bei Hertz haben wir dann viel Zeit damit verbracht, auf das Auto zu warten, oder vielmehr, dass wir abgefertigt werden. Es war schon beeindruckend zu sehen, dass wir bei Hertz über eine Stunde zugebracht hatten. Das ist ein Rekord! Soviel habe ich noch nie zugebracht, weder in Deutschland noch anderswo. Das Auto ist aber vermutlich eine Klasse besser, als wir gebucht hatten, ist wirklich niegelnagelneu (hatte 15 Meilen auf dem Tacho, als wir einstiegen), und fährt sich wirklich schick.

Gelandet sind wir als Zwischenstation in Kennebunk im Kennebunk Inn mit hübschen alten Zimmern, die richtig altmodisch aussehen, recht große Zimmer haben und sehr niedrige Decken. Durch das Zimmer läuft ein Rohr an der Decke, das nachträglich eingebaut wurde, um eine Sprinkleranlage zu installieren. Das Haus soll von 1799 sein, und man kann in dem Haus aus sehr gut Essen.

2005-05-22T14:49:00+00:0022. Mai 2005|Categories: Unterwegs, USA 2005|Tags: , |Kommentare deaktiviert für Gewechselt