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Ansichtssachen

Die Unterschiede zwischen hier und zu Hause sind gar nicht so groß. Es fällt einem immer an Kleinigkeiten auf, und manchmal muss man über sich selbst lachen. Wir waren vorgestern in diesem Park und zwanzig, dreißig Meter weiter war ein Weg. Arnd steuerte auf die Grünfläche zu und ich fragte ihn: Meinst Du, es ist erlaubt, über den Rasen zu gehen. Er schaute mich nur kurz an, und meinte dann, die Frage könne nur von einem Deutschen kommen.

Ebenfalls letzte Woche: Wir fuhren zu einem Einkaufszentrum, um die Great Wall of Chocolate kennenzulernen. Arnd fuhr und suchte nach einem Parkplatz. Ich sah einen, sehr schönen, wundervollen und sagte zu ihm:

Schau, da vorne ist ein guter.

Er schaute, und sah ihn nicht.

Schau doch ein wenig nach rechts, da ist er.

Der Parkplatz lag gerade vor uns. Dann kam es:

Ach der, das ist nicht da vorne, das ist da hinten. Europäer!

Heute hatte ich einen wirklich kurzen Tag gehabt. Ich hatte versprochen, zwischen fünf und sechs Uhr in der Firma zu sein. Viertel vor sechs, war ich so weit. Mir war ja ein kurzer Tag angekündigt worden, aber die letzten Tage hatten mich gelehrt, dass zwischen Ankündigung, Erwartung und Realität doch himmelweite Unterschiede bestanden. Insofern war ich vorher bei Nino gewesen und hatte mich mit einem Sandwich, ein paar Weintrauben und einer Tüte Chips gewappnet. Die Tüte Chips waren natürlich genauso lecker wie gesund und unnötig, aber es war ein Paket‐Angebot.

Nino ist ein Supermarkt mit dem besten aus aller Welt, der an einen französischen Supermarkt erinnern würde, wenn da nicht die Fernseher wären, die in den Ecken ständen. Aber sonst sehr stilvoll eingerichtet, sehr nettes Personal und von ausgesuchter Frische. Es macht richtig Spaß, durch den Markt zu tigern. Auch wenn mangels Küche gar nichts einkaufen kann. Mein Nino Salvaggio liegt zehn Minuten entfernt, mit dem Auto versteht sich.

Bewaffnet mit dem Proviant kam ich also bei der Zeitung an, baute meine Technik auf und machte mich auf in den news room. Dianne hatte schon eher angefangen und empfing mich mit der Nachricht, das man gerade fertig sei. Fein, dachte ich mir, dann kannste ja gleich wieder einpacken. Aber man weiß ja nie, also begab ich mich von den Redakteuren zurück in den war room (ich hoffe, das hatte ich richtig verstanden, aber passend ist es ja schon) und werkelte noch ein wenig an Problemen rum, die ich hatte. Anderthalb Stunden später machte ich mich auf den Weg zurück zum Hotel. Mit ein paar Umwegen (an einem Einkaufszentrum vorbei) kam ich hier an und musste feststellen, dass der Parkplatz voll war. Wie man hier bei Google sehen kann, ist der Parkplatz eigentlich immer leer und man fragt sich, warum das Hotel so einen riesigen Parkplatz braucht. Aber heute scheint hier eine Veranstaltung zu sein oder es ist gut ausgebucht, so dass ich ziemlich entfernt vom hinteren Eingang parken musste.

Gut besucht ist das Hotel auch deshalb, da in der Nähe eine Navy‐Basis ist. Man sieht jede Menge Soldaten, in Uniform und auch in Zivil. Steht man vor dem Hotel, kann man oft die Flieger an‐ und wegfliegen sehen. Waren ganz schöne Brummer drunter.

Schön ist natürlich, dass ich zeitig zu Bett gehen kann und mich das Geplärre morgen früh nicht stören wird, weil ich dann schon unterwegs sein werde (oder sein könnte). Aber vorher werde ich nochmal in die Badewanne gehen. Mein erster Versuch mit dem Jakuzzi‐Ding wäre ein Fest für Kinder gewesen. Waren aber keine Kinder da, deshalb war es nur für mich eine Freude: Der Badezusatz schäumte schon ordentlich und produzierte sich ordentlich, nachdem ich die ganzen Whirl‐Pool‐Funktionen eingeschaltet hatte. Rätselhaft, wie dieses Hotel überleben kann. Die Nacht kostet hier 85 Dollar, umgerechnet 60 Euro. Dafür hat man einen Palast von Zimmer, eine Badewanne, in der nur eine Pfütze zu finden ist, wenn man das Wasser einließe, was eine normale Badewanne benötigt und dann ist da noch die Elektroheizung, die nicht mal Ansätze einer Nachtspeicherheizung hat, da sie sowohl zum heizen wie auch zum Kühlen verwendet wird. Frühstück ist natürlich ein wenig dürftig, aber in Gottes eigenem Land darf man das als Gott gegeben hinnehmen.

Kann mich nicht erinnern, in Deutschland für 60 Euro schon mal ähnlich gewohnt zu haben.

In diesem Selektion-Ding, in dem man Bounty‐, Mars‐ und Snickers‐Kleinteile findet, hat man auch die Karamel‐Schokoladenstücken, die sich Dove nennen (da hat einer die deutsche Sprache nicht auf der Reihe gehabt, denn so doof finde ich sie gar nicht, na egal…). Einzeln habe ich die hier noch nicht gesehen, und deshalb habe ich sofort zugeschlagen, nachdem sie in einem Supermarkt sah. Zuvor stand ich aber ratlos vor diesem Regal und fragte mich, was die Teile denn jetzt kosten würden. Angepreist war: 2 = 5$. Nun habe ich keine Zweifel, dass ich in den nächsten vierzehn Tagen hier zwei solcher Packungen vernichten könnte, aber wer weiß, was es sonst noch so zu entdecken gibt? Warum sich immer mit dem Gleichen vergnügen? Also packte ich nur eine Packung ein. Was habe ich dafür bezahlt? 2.49$ – scheint eine spezielle Form von Ersparnis zu sein, die man negativer Discount nennt.

2007-11-04T01:53:00+00:004. November 2007|Categories: Unterwegs, USA 2007|Tags: , , |Kommentare deaktiviert für Ansichtssachen