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Aber dazwischen

Letzten Mittwoch gab es einige Unwetter über Süddeutschland, was mein Fortkommen in Richtung Heimat behinderte. Aber das soll nicht die Geschichte sein, wie sich die Lufthansa bemühte, die Leute doch noch nach Hause zu bekommen, und wie die Kontrollmechanismen in einer langen Schlange von Leuten funktioniert, nein, hier geht es um Schlagfertigkeit. Nicht meine, wie ich zu geben muss, ich war an diesem Abend zumindest im Geiste etwas Gröber gestrickt.

Früher war alles klar. Es gab die Geschäftsreisenden und die Touristen. Man konnte diese klar trennen – die einen saßen in der Business Class und die anderen in der Touristenklasse. Als die Unternehmen entdeckten, dass es nicht notwendig, dass ihre Mitarbeiter auf einem Flug von München nach Hamburg Lachs serviert bekommen, schickten sie sie nach hinten auf die billigeren Plätze. Die Fluggesellschaften entdeckten bald, dass die Brötchen und Sandwiches in der Touristenklasse überflüssig sind, da sich die Touristen ja Brote zu Hause schmieren können und die Geschäftsreisenden bald in der Kantine essen würden. Aber auch das ist ein anderes Thema.

Hinter mir standen zwei alte Herren, eindeutig Touristen und fingen an zu lästern. »Ich weiß gar nicht, warum die aus den vorderen Reihen immer als erste Einsteigen müssen.« »Genau.« Sie beschäftigten sich ausgiebig mit diesem Thema und ich dachte irgendwann nur noch: »Halt die Schnauze!« Dann kam es zu einem abrupten Thema‐Wechsel: »Und dass die immer ihr ganzes Gepäck mitnehmen müssen. Das Große… Und wir bekommen dann unsere Taschen nicht unter.« »Ja, ein Unding.« Es war halb elf Uhr und ich dachte nur noch: »Argghhh!« und »Keine Gewalt, keine Gewalt!« Die Herren waren nun mal in Fahrt und machten weiter und der eine konstatierte: »Die glauben, sie wären etwas besseres.« Sein Kumpel sekundierte. »Wir sind ja auch was besseres«, kam es unverhofft von einem Mann neben mir. Ich konnte das nicht mehr sagen, denn ich sah danach überhaupt nicht aus.

Er schon. Ordentlich große Handgepäck, Anzug, sturmerprobte Fön‐Frisur. In der einen Tasche wahrscheinlich das iPhone, in der andere wartete das iPad auf Bedienung und wenn es nicht die waren, dann die Android‐Pendants.

Widerspruch regte sich: »Nee, nee – das stimmt nicht.« »Doch.« »Sie sind so nackt geboren worden, wie ich. Und sie werden auch nackt ins Grab gehen.« Das war so ein Punkt, der unbestreitbar war.

Business‐Mann sagte aber: »Ja ja, das ist richtig. Aber dazwischen – da sind wir was Besseres!«

Damit war erst einmal Ruhe, die Fronten geklärt und ich hätte nie gedacht, dass ich das sagen muss, aber: Die Sympathien der Anwesenden waren nicht auf Seiten der älteren Herren.

2011-06-26T10:53:38+00:0026. Juni 2011|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Aber dazwischen