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Das Glück des Herrn J.

Das war ein ganz gewagter Ritt, den Herr J. wagte. Ich hatte es ja schon vermutet, dass er uns mit einer Finanzierung kommen würde, die auf einer sogenannten Tilgungsaussetzung basiert. Sprich uns wird ein Kredit von der Bausparkasse gewährt, der nicht getilgt wird. Man zahlt nur Zinsen und spart parallel ein Bausparvertrag an.

Wenn der angespart ist, zahlt man mit dem Angesparten und dem möglichen Bauspardarlehen das zuvor gewährte Darlehen zurück und bedient im Anschluss »nur noch« das Bauspardarlehen. Wir hatten vor einiger Zeit schon mal so ein Angebot und waren nicht begeistert. Wir hatten das Gefühl, bei diesem Modell draufzuzahlen. Dieses unschöne Gefühl ließ uns dazu übergehen, zu sagen, wir möchten solche Modelle nicht.

Gestern saßen wir mit Frau L. und Herrn J. zusammen, und hörten uns deren Vorschläge an. Es ist nicht untertrieben, wenn ich sage, dass ich zusammenbrach, als Herr J. mit seinem TA‐Modell kam. Seine Erklärung dafür: Alles andere wäre teurer für uns, zumindest wenn es aus seiner Hand käme. Während ich mich bei der Vorstellung auf Schweigen und einen möglichst gleichgültigen Blick konzentrierte, konnte man Susann die Fassungslosigkeit unschwer anmerken. Sie war es auch, die unmissverständlich formulierte, dass es haargenau das wäre, was wir nicht gewünscht hatten.

Zu dem Darlehen kam noch ein, im Verhältnis dazu, kleiner Kredit unserer Mach‐den‐Weg‐frei‐Bank. An dem hätte man nicht weiter rumkritteln können, wenn er denn eine Laufzeit von fünfzehn Jahren gehabt hätte. Hatte er aber nicht. Blöde aber auch. Wir wollten doch unbedingt eine Finanzierung aus einem Guss, die man jetzt schon berechnen kann.

Wir verglichen dann noch ein wenig Äpfel mit Birnen und machten uns mental schon fertig, zu gehen, da uns dies keine Basis erschien. Da griff Frau L. ein: Sie meinte, man könnte ja die Darlehensanspruch von zweien unserer Bausparverträge durchaus in Anspruch nehmen und diesen dann in den Hauptvertrag einzahlen. Dieser Kunstgriff ließ dann die Sache ganz anders aussehen. Plötzlich waren die monatlichen Raten zusammengerechnet wesentlich geringer. Die Sache wurde wieder interessant.

Wir sind auseinander gegangen und die Vertreter der Füchse und der freien Wege waren nicht mehr aus dem Rennen. Gestern am Abend setzen wir uns ohne Bankeneinflüsterer zusammen und rechneten erneut nach. Jahr für Jahr betrachteten wir die monatliche Belastung, die wir haben würden. Bei dem Modell, das uns vorgestellt wurde, hatten wir (überraschenderweise) nach zehn Jahre einen Sprung von fast 200 Euro zu verzeichnen. Allerdings nur für ein Jahr, danach sank die Belastung wieder und war drei Jahre noch über der Belastung der ersten zehn Jahre, und viel dann –  nach ich will nicht sagen ins Bodenlose – aber in die Richtung schon. Nach neunzehn Jahren wären wir durch, wobei die letzten vier, fünf Jahre nur noch 120 Euro zu zahlen wären.

Auch das Angebot eines günstigen Annuitäten‐Darlehens rechneten wir durch. Bei diesem sah es auf der Zeitachse psychologisch besser aus, aber in Summe war es nicht so attraktiv. Weder die monatlichen Raten waren so attraktiv, noch die Laufzeit, die man mit einem solchen Darlehen gehabt hätte.

Herr J., der gestern sein Ausbrechen aus unseren Vorgaben mit »No risk, no fun« zu erklären versuchte, hat ordentlich Glück gehabt. Hätte seine Kollegin L. nicht eingegriffen, wäre das fürchterlich in die Hose gegangen. Aber so haben wir das Gefühl und für eine schicke, sehr berechenbare Lösung zu entscheiden. Donnerstag in einer Woche machen wir die Finanzierung fest.

2008-02-13T15:00:14+00:0013. Februar 2008|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Das Glück des Herrn J.