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Die eigene Brieftasche liegt näher

Wir müssen die lokale Kultur respektieren. Es ist also keine Option für uns, Informationen breit zugänglich zu machen, die illegal, unmoralisch, nicht passend oder was immer sind.

Sagt Eric Schmidt. Von Google. In China.

Die lokale Kultur ist, Informationen zu unterdrücken, die sich mit dem »Tibet«, »Opposition«, »Taiwan« oder »Unabhängigkeit« beschäftigen. Das Meinungsfreiheit ein Menschenrecht ist, wird dabei von den Googelianern übersehen oder man stellt sich auf den Standpunkt, dass Meinungsfreiheit eine tolle Sache sei, allerdings in China unanständig und deshalb müsste man es gleich wegzensieren. Wie doppelzüngig! Ehrlicher wäre es gewesen, zu sagen, dass einem die Meinungsfreiheit im Vergleich zum zu erobernden Markt völlig egal sei und man die eine Milliarde Menschen als Marktteilnehmer nicht missen möchte.

Man kann ja noch nicht einmal die Suchmaschine wechseln, was für ein Drama. Denn Yahoo und MSN sind ja auch schon da.

In dem Zusammenhang: Iran könnte auf dem Weg zu Atomwaffen sein. Könnte. Die USA möchten gern Sanktionen durchsetzen. Man traut sich kaum Beifall zu klatschen, da man weiß, dass die Motive der USA nicht mit denen eines edlen Ritters zu vergleichen sind. Es kommt aber vor, dass der Zweck die Mittel rechtfertigt – auch wenn der Retter selbst keine weiße Weste hat. Kaum, und das ist, was in das Google‐Thema wunderbar hineinpasst, wird aber von Sanktionen gesprochen, also beispielsweise von der Nichtgewährung von Export‐Krediten. Davon profitieren aber in erster Linie deutsche und italienische Firmen. Erster Tenor aus Deutschland: Nein, keine Sanktionen! Was nicht gesagt wird: »Wir könnten mit der Atombombe viel besser leben. Die ist ja weit weg.«

2006-04-13T09:08:00+00:0013. April 2006|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Die eigene Brieftasche liegt näher