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Wat de Bur nich kennt, …

Wir sind ein Zwei‐Personen‐Haushalt und kaufen völlig diametral ein. Wenn ich nach einer Woche in der Ferne nach Hause komme und den Kühlschrank aufmache, kann ich mir sicher sein, dass ich Sachen entdecke, deren Existenz ich nicht einmal erahnt hätte. Wird mir vorher noch angekündigt, dass »auf Vorrat gekauft wurde«, so wird es besonders interessant. Interessant heißt aber nicht, dass ich es auch essen würde.

Kaufe ich ein, dann werden Sachen gekauft, die ich auch esse. Habe ich einen besonders lieben Tag, dann bringe ich auch Sachen mit, die meine Frau gern isst. Also eigentlich fast immer.

Natürlich tun wir unser Bestes, möglichst gesund zu essen. Dies ist heutzutage kein leichtes Unterfangen. Fragt man den einen, so erzählt er einem, dass Cholesterin Teufelszeug ist, der nächste erklärt einem, dass Cholesterin und seine Wirkung völlig überbewertet wird. Deshalb darf man bei dem einen nur Margarine essen, während der andere auf Butter schwört. Der, der auf Butter schwört, erklärt einem, dass Margarine pure Chemie wäre. Wogegen Susann jetzt schon mal per se nichts hätte. Dann essen wir abends immer ein wenig Obst und schwören dem begleitenden Käse ab. Da wird einem gesagt: »Aber nach Sport kein Obst mehr!« Schokolade und Alkohol mal schon gar nicht! Die Aufzählung könnte ewig weiter gehen und man stellt fest, dass das einzig gesunde Lebensmittel offenbar Wasser ist. Ja, was ist denn das für ein Leben?

Leichter wird es einem nicht gemacht, wenn man den Kühlschrank öffnet, auf der Suche nach etwas Essbarem – vielleicht ja doch ein Stück leckeren Käse… – und entdeckt, dass die Frau der Frauen in der Woche einkaufen gewesen war und Pflanzenschmalz mitgebracht hat. Pflanzenschmalz! Mir blieb die Spucke weg und ich untersuchte erst einmal die Verpackung, ob es sich um einen üblen Scherz handeln würde. Nun ist mein Schmalzkonsum recht gering auf Jahressicht. Im Herbst, wenn es das Schmalz mit Backobst gibt, dann bin ich mal ein wenig mit dabei. Aber sonst? Gar nicht! Warum ist die beste aller Ehefrauen also auf die Idee gekommen, wir würden dieses Pflanzenschmalz essen? Keine Ahnung. Ich habe aber immerhin herausbekommen, wie es in den Einkaufskorb gelangte. Neulich bei Sky sollte ich Fischsalat mitbringen und unmittelbar daneben befand sich dieses Schmalz. Ich versuche die Gedankengänge meiner Angetrauten zu reproduzieren: »Och, schau. Da ist ja der lecker Fischsalat. Davon nehme ich mal mit! Eins von dem, eins von dem und … eins von dem. Gut. Ahh, was ist denn das? Pflanzenschmalz? Das muss ich mal ausprobieren, das nehme ich mal mit.« Zack, war es im Wagen. Ich hab’s heute weggeschmissen, da es schon zwei Monate über der Zeit war. Nicht schlimm für die Kühlschrank‐Kultur, denn es war noch nicht einmal angebrochen.

Ein andermal öffnete ich die Kühlschranktür und da, wo mein Saft zu erwarten war, stand eine Verpackung, die überhaupt gar nichts Tetra‐Pack‐mäßiges hat. Ich holte sie heraus und betrachte sie. »Was ist denn das?« und hielt der Chef‐Einkäuferin für komische Sachen die Packung mit »Veggie Gyros« unter die Nase. »Ach das! Das wollte ich mal ausprobieren.« »Gut, das kannst Du machen. Aber nur, wenn ich nicht dabei bin!« Ist heute ebenfalls nach Ablauf der Haltbarkeit in den Müll gewandert.

Dieses Wegschmeißen von Lebensmitteln macht mich nicht glücklich. Auch wenn ich weiß, dass ein hoher Prozentsatz von Lebensmittel (über zwanzig Prozent, wenn ich mich recht entsinne, in Deutschland), in den Müll geschmissen wird und unser kleiner Haushalt nicht allein mit dem Problem dasteht. Aber ich habe eine Erklärung dafür: Wenn ich morgens den Frühstückstisch decke und dann die leckeren, von mir gekauften Sachen, auf den Tisch stelle und daneben die gesunden Ausprobier‐Dinge, dann sind die leckeren Sachen von mir danach dezimiert, wenn nicht sogar alle. Während die gesunden Ausprobier‐Dinge wieder in den Kühlschrank wandern: »Muss ich nicht heute ausprobieren, wo wir ja so viele leckere Sachen auf dem Tisch haben.«

»Warum kaufst Du denn solche Sachen, wenn Du mir die leckeren Sachen wegisst?« fragte ich mal. Darauf die Antwort: »Du hast mich doch trotzdem lieb, oder?« Eine Antwort ist das nicht gewesen, aber ja, sie hat ja recht. Warum müssen diese Firmen, die vegetarische Sachen herstellen, so tun, als würden sie Fleischgerichte imitieren? Schmalz, Gyros, … die Liste ließe sich ganz gewiss fortsetzen, wenn meine Frau mehr Zeit zum Ausprobieren hätte. Ich habe keine Ahnung, finde es aber recht albern.

2012-03-13T13:34:05+00:0013. März 2012|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Wat de Bur nich kennt, …