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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Als wir gestern in Cambria ankamen, gab es schon weit im voraus Schilder, auf denen stand: »Road closed in XX Miles«. Nun war im Internet zu lesen gewesen, dass die Straße wieder geöffnet sein soll und selbst, wenn sie es nicht war, vielleicht gab es ja eine Umleitung, die ausgeschildert war.

Frisch gewagt ist halb gewonnen, so machten wir uns auf den Weg. Bitter bereut hätten wir es, wenn wir es nicht gemacht hätten. Denn nach wenigen Meilen kamen wir an den See‐Elefanten‐Strand. Possierlich kann man sie nicht nennen, eher imposant. Zumal sie man sie plötzlich zu Hunderten da liegen sah. Einfach so, nicht tot, sondern einfach nur faul. Sich überhaupt gar nicht darum kümmernd, dass Sonnenbäder ohne Sonne irgendwie blöd sind. Und riechend, wie wir es schon von ihren Verwandten in Südafrika kennengelernt haben. Ich bin überzeugt, dass es auch im Sommer keines Aufsichtspersonals bedarf, der die Leute weiterschickt, wenn sie zu lang bleiben. Man geht irgendwann freiwillig.

Ein paar Meilen weiter merkten wir, dass es zum einen die Straße gesperrt war (wie es ja angekündigt war) und zum anderen auch keine Umleitung gab. Die Autos, die uns immer entgegen gekommen waren, hatten das auch bemerkt und waren umgekehrt. So richtig schlechter Laune war aber keine. Vermutlich, weil die Tour ja trotzdem schön war und die See‐Elefanten einen entschädigt hatten. Andererseits hatten die Meisten, wie wir auch, noch nicht realisiert, dass es sich nun um einen Umweg von 300 Kilometern handelte. Zurück Richtung Santa Barbara, dann auf eine kleine Straße mit der Nummer 46, die einen durch eine herrliche Landschaft und an vielen Weingütern entlang führte. (Ich durfte nicht anhalten und an einer Weinverkostung teilnehmen. Warum nicht, konnte mir keiner erklären. Ich erkläre mich offiziell für dauerbeleidigt!) Wir kamen wieder auf die US 11 und damit war dann aber fix auch die Weingüter‐Gegend wieder vorbei. Wir fuhren durch eine sehr, sehr trockene Gegend.

Links und rechts waren Berge zu sehen, dadrin aber kein fruchtbares Tal, sondern Landschaft die entweder öde war oder von Feldern geprägt war, die nur dank intensiver Bewässerung funktionierte – Erdbeeren sahen wir und Salatfelder. Trotz der Weite der Felder sah man auf ihnen Leute, die simple Hacken in der Hand hatten. Erstaunlich für ein solches Land und für das Jahr 2011…

Angekommen in Monterey bezogen wir unser Zimmer im Motel 6. Die Zimmer einfach und mit einem Geruch, der Reinlichkeit versprach, allerdings keine Gemütlichkeit. Wir mussten uns ein wenig sputen, denn die Tatsache, dass die gesperrte Straße uns den Tagesordnungspunkt »Big Sur« vermiest hatte, bedeutete auch, dass wir das Aquarium vorziehen mussten. Susann war natürlich heilfroh, denn dieses Highlight hätte sie nicht mitbekommen, wenn wir es erst morgen besucht hätten (sie hatte ja einen Spezialausflug gebucht, der über zwei Tage ging). Nur soviel zum Monterey Bay Aquarium: Es ist fantastisch. Ich bin ja nun quasi ein Kenner, nachdem ich 2007 zwei Aquarien in Kapstadt und Boston besuchte, irgendwann 2003 auf Fehmarn war und dieses Jahr schon in Stralsund Fische begucken durfte – abgesehen von dem Aquarium in Mühbrook mit der angeschlossenen Außenanlage, und ich muss sagen: Ja, dieses ist mein Favorit. Kapstadt war schon eine Wucht und Boston auch sehr, sehr nett – aber was hier geboten wurde, das war schon dolle. Besonders die Möglichkeiten »auszuprobieren« und »anzufassen« machten besonders Spaß, und es war auch ein Vergnügen, zuzuschauen, wie Kinder das Aquarium erlebten. Überall waren Museums-»Wärter«, die nicht etwa aufpassten, dass sich alle an die Regeln hielten. Nein, sie kamen auf einen zu und erklärten, so man Interesse zeigten, die verschiedensten Dinge. Die zu allem Überfluss auch noch interessant waren. Habe ich das woanders schon mal erlebt? Nein.

Die Zeit, die wir hatten, war viel zu kurz und ich glaube auch, dass wir nicht alles gesehen haben.

Teile der Gruppe waren der Meinung, dass man auch nach dem Besuch eines Aquariums sich eine Fischsuppe einverleiben könnte. Als Rechtfertigung diente, dass man ja den »Welttag des Fischbrötchens« am 14. Mai verpasst hätte.

2015-04-04T12:37:28+00:0016. Mai 2011|Categories: Unterwegs, USA 2011|Tags: , , |Kommentare deaktiviert für Die Hoffnung stirbt zuletzt