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To Galway

Letzte Woche in Rom hatten wir die ältere Bedienung aus Monaco, die es gar nicht kümmerte, ob wir nun italienisch konnten oder nicht. Nicht nur ich fand das bemerkenswert. Auf dem Flug von Hamburg nach Frankfurt hatte ich nun wieder zwei Italienerinnen neben mir sitzen und auch die kümmerte es überhaupt nicht, ob ich nun italienisch spreche oder nicht. Sie teilten mir einfach kurz und bündig auf italienisch ihr Befinden und ihre Probleme (vermute ich mal)mit, und ich hatte nur eine Antwort auf die Frage, ob sie denn auf einem Inlandsflug von Hamburg nach München italienische Zeitungen vorhalten würden (sehr unwahrscheinlich), aber da Kopfschütteln als Verneinung nicht ganz so unüblich ist, nehme ich mal an, dass sie die Antwort verstanden haben.

Wir kamen einigermaßen von Hamburg weg. Nicht pünktlich, das wäre für einen Sonnabend auch zu viel verlangt. Es kam schon verspätet in Hamburg an und es wurde natürlich nicht besser Einigermaßen amüsant war, dass der Wagen, der das Flugzeug ausparken sollte, Probleme hatte, das Flugzeug loszulassen. Nachdem man auf Handbetrieb umgeschaltet hatte, ging es dann. Kurz vorher durfte eine Stewardess noch eine Diskussion mit einem iPhone‐Benutzer führen und schaffte es nicht, ihm zu vermitteln, dass ein Einschalten des Flugmodus und das Einschalten des Bildschirmschoners gleichzusetzen wäre mit einem Ausschalten eines elektronisches Gerätes. Manchmal ist nur Fremdschämen angesagt.

Im Flieger nach Dublin saß dann zwei Sitze weiter ein Dauerredner. Der wurde irgendwann mal eingeschaltet und kann nicht mehr aufhören. Keine Chance, dass der zwischen den beiden Städten irgendwann nicht gesprochen hätte. Mir machte das nichts aus, da ich Kopfhörer aufhatte und ihn somit stummstellen konnte. Die Möglichkeit hatte mein Nachbar nicht.

Als die Wolkendecke vor England aufbrach, sah man die Küste und vor dieser einen großen Windpark. Es wir beeindruckend, wie klar das zu erkennen war, obwohl wir noch auf Reiseflughöhe waren (England lag ja noch vor uns). Im Sinkflug vor Dublin war dann eine der riesigen Autofähren zu erkennen, auch sehr beeindruckend, gerade da sonst auf dem Meer nicht viel los war.

Es klappt in Dublin dann alles wunderbar – ich bekam mein Gepäck, ich bekam mein Auto und ich fuhr in einen kleines Städtchen anderthalb Stunden von Dublin entfernt, welches mit an eine Whiskey‐Sorte erinnerte und wohl auch deren Heimat war, auch wenn die Destillerie mittlerweile ganz woanders war. Das Hotel war in Ordnung, der Preis war es wohl nicht, aber damit musste ich leben. Allerdings lernte ich, dass die irische Küche für Preise, die man durchaus tolerieren kann, ziemlich in Ordnung ist. Das Frühstücksbuffet heute morgen sah ein wenig dürftig aus, aber ich sag mal so – das war nur ein Teil: Man konnte das eigentliche Frühstück ordern, und was dann kam – ich hab’s nur bei anderen gesehen und nicht selbst genommen – wäre mit deftig noch untertrieben geschildert. Tullamore ist ein langweiliges Städtchen und ich wurde heute später gefragt: Warum dort? Naja, es lag irgendwie auf dem Weg, war meine Antwort.

Ich habe mich dann gemütlich auf den Weg nach Galway gemacht. Die Midlands sind wirklich nicht so beeindruckend. Überall die Steinmauern, wo man sich denkt, was das wohl für eine Arbeit gewesen ist, die Steine erst einmal dahinzuschleppen. Aber wahrscheinlich lagen sie schon dort. Da ich auf solchen Touren Autobahnen immer meide, fuhr ich kleine Landstraßen, auf denen 80 erlaubt war, die ich aber nie gefahren wäre. Viel zu gefährlich für mich und das Auto. Die Straßen waren so eng, dass Fußgänger, wenn welche gekommen wäre, keine Möglichkeit gehabt hätten, zur Zeiten zu springen, denn sie hätten unweigerlich über eine Mauer oder hohes Gebüsch springen müssen. Nicht leicht.

Irgendwann wurde ich von weitem herausgewunden und ich dachte schon: Vormittags vor dem Gottesdienst noch eine Polizeikontrolle, das hätte etwas. Denn das Ganze spielte sich vor einem Friedhof respektive einer Kirche ab. Allerdings war das nur halb richtig gedacht. Es war keine Verkehrskontrolle, sondern ich sollte von dem freundlichen Herren nur in die Parklücke vor der Kirche eingewiesen werden. Dass man weiterfahren könnte, ist ihm gar nicht in den Sinn gekommen. In der Gegend fährt man um diese Zeit nur zu einem Treff: Kirchtreff.

Ich dagegen fuhr weiter, ihn nicht um sondern um ihn herum, und freute mich kurze Zeit später einen See zu erreichen, den ich dann umfuhr und wo ich noch eine kleine Parkbesichtigung machte und mir ein altes Schloss (oder Burg) von weitem anschaute, da ich nicht wusste, ob man für zehn Minuten angucken und fotografieren wirklich fünf Euro bezahlen sollte. Cong hieß der Ort und war reizend. Die Fahrt um den See herum offenbart einige nette Ausblicke, die ich nur empfehlen kann.

Heute morgen um 9 Uhr hatte ich meine Gastfamilie angerufen, um mitzuteilen, wann ich denn kommen würde. Die Dame klang leicht müde und als ich heute ankam, fragte ich sie. Ja, sie wäre sehr müde gewesen, da sie erst um vier Uhr zu Bett gekommen wäre. Keine Frage: Sie war heute vormittag nicht in der Kirche. (Das stimmt, ich habe gefragt.) Martina ist sehr fürsorglich. Sie entschuldigt sich immer und immer wieder und sie fragt, drei vier mal nach, ob alles in Ordnung ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es schaffe, dass bis zum Ende meines Aufenthalts abzugewöhnen. Auf alle Fälle hat sie mich nach Galway reingefahren (wir sind hier etwas außerhalb) und mir die Schule und die Busstationen gezeigt. Dabei hat sie alle Punkt immer und immer wiederholt. Ich kam mir wie ein kleiner Junge vor, dem etwas eingebleut wird.

Nach dem Abendbrot (italienisch angehaucht) bin ich noch mal an die See gefahren, da heute so schönes Wetter war. Einfach fantastisch. Diese ganzen Steine hätten aber schon mal weggeräumt werden können, so wird das mit dem Sandstrand nie etwas werden.

Zu allem Überfluss habe ich dann noch ein wenig Spannung in die Familie gebracht, in dem ich fragte, ob man denn ins Internet könne. Den Code, so die Antwort, weiß mein Sohn, kam als Antwort. Wusste er aber nicht. Daraufhin war Martina etwas gereizt und versuchte diesen Code herauszubekommen, so lang, bis ihr Handy leer telefoniert war. Der Ton zwischen Mutter und Sohn wurde auch etwas gereizter und zu allem Überfluss waren dann noch Dateien auf ihrem PC futsch. Wofür ich nun aber gar nichts konnte, und dann auch Abstand von dem Gedanken nahm, nach einem Backup zu fragen, was eigentlich an der Stelle obligatorisch wäre. Wann will es sich mit den Leuten ja nicht sofort verderben.

Eine Erklärung, warum ich weder mit Google noch mit dem Navi diese Adresse gefunden habe: Das ist hier alles brandneu. So muss ich nicht neben einer riesigen Baustelle wohnen, sondern wohne auf der ehemaligen, in Google Earth erahnbaren. Das ist auf alle Fälle schon mal gut.

Hier ist erst einmal Schluss. Der Text ist erst einmal offline und wenn ich mich nicht ranhalte und einen Adapter für die Geräte hole, dann wird wohl auch der Laptop ihr erstmal in Ferien gehen.

2010-08-29T22:15:40+00:0029. August 2010|Categories: 2010, Unterwegs|Tags: |Kommentare deaktiviert für To Galway