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Brennt wie ein Weihnachtsbaum

Habe ich nie verstanden, genauso wie »brennt wie Zunder«. Seit heute Nachmittag habe ich eine sehr viel konkretere Vorstellung davon. Die nach dem Urlaub und wohl kräftigem Regen hierzulande üppig in Unkraut stehende Terrasse wurde wie üblich mit unserem Flammenwerfer abgefackelt. Allerdings nicht nur.

Da Susann mich stetig zur Vorsicht mahnt, habe ich zwei Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, die sich beide als fatal heraus stellen sollten. Während die eine rettende Vorsichtsmaßnahme, die vielleicht geholfen hätte, unterblieb. Ich stöpselte also die Kabel für die elektrischen Geräte ab, da die Leitung im Weg wären und schloss die Türe zur Veranda, auch damit nicht plötzlich eine Katze gegrillt im Weg liegen bliebe.

Alles lief glatt und sah absolut toll aus, da sah ich aus den Augenwinkel, wie sich eine kleine Flamme in unserer kleinen Lebensbaum‐Hecke gebildet hatte. »Oh, oh«, mehr dachte ich in der Situation gar nicht und hatte schon den Flammenwerfer beiseite getan und rannte zur Pumpe, der händischen, da sie in der Nähe war. Leer. Mist. Dann halt die elektrische Pumpe, aber wo war das Ende des Schlauchs. Um die Ecke gerannt, das Ende des Schlauchs gesucht. Das war aber irgendwo in der Nähe des Gewächshauses, und damit ziemlich weit weg. Also getrennt und zurück. Pumpe eingeschaltet. Ja, dumm gelaufen, ist ja auch ein elektrisches Gerät.

Ein Eimer mit Wasser, sonst vorrätig, war diesmal nicht da. Also Eimer aus dem Haus holen. Jetzt zickte die Tür der Veranda. Hätte ich sie doch nicht zugemacht. Die Katzen hatten sich von der Veranda, aufgrund des offensichtlichen Ungemachs schon verzogen und standen nicht wie sonst üblich im Weg herum. Wo waren noch einmal die Eimer? In der Kammer. Aber wo? Da hatte ich sie und rannte damit in die Küche. Nee, schlecht. Ab ins Bad. Mittlerweile, dass sah ich auf dem Weg, war nur noch weißer Rauch zu sehen. Na, herrlich. Sollte ich die Feuerwehr rufen? Was sagt man der? »Hier brennt ein Busch.« Das klingt nicht sonderlich dramatisch. Ich ließ das und füllte im Bad Wasser in die Eimer. Rannte damit durch den Flur, die Küche und die Veranda zu dem Busch und schwupss auf das Feuer. Kurz vor dem Gießen, viel mir noch der Strom ein, aber Gott sei Dank, hatte ich den ja abgeschaltet (oder es war halt doch nicht so toll). Ich rannte dann noch drei Mal hin und her, bis das Feuer endgültig gelöscht war.

Danach Schadensbetrachtung, denn mir war klar, dass dieser Schaden einen ausführlichen Schadensbericht gegenüber meiner Angetrauten erfordern würde. Die elektrischen Verteiler und Kabel waren nicht beschädigt worden. Puh! Das wäre sonst teuer geworden und ich hätte mir meinen neuen Mac Mini abschminken können. Gebrannt hatten nur die Nadeln, das Gehölz selbst ist heil geblieben und hatte auch keine Anstalten gemacht, weiter zu brennen. Die Terrasse war in weißen Staub gehüllt, so, als ob bei uns um die Ecke der Vulkan ausgebrochen wäre.

Dann war erst einmal Zeit zum Luft holen.

Da Susann beim Friseur war, hatte ich genügend Zeit, einen Zustand herzustellen, der akzeptabel aussah. Mit Ausnahme von dem Busch. Da war nichts zu retten, zu kaschieren. Eine zerbrochene Tasse oder einen Teller, ja selbst ein heruntergefallenes Bild – alles irgendwie ersetzbar. Aber ein abgebrannter Busch fällt in die Kategorie verlorener Ehering.

In der verbleibenden Zeit konnte ich mir Gedanken machen, wie Susann reagieren würde und wie ich ihr es möglichst schonend beibringen könnte. Ich fing sie gleich an der Gartenpforte ab, bevor sie durchs Haus marschierte und das Unglück selbst sah und als sie dann um die Ecke schaute, meinte sie nur: »Oliver, wie konnte denn das passieren?« Wenn sie mich so mit meinem Namen anspricht, ist dass immer ein ganz schlechtes Zeichen. »Ja, abgebrannt.« Dann lachte sie schon, und meinte, mir und dem Haus wäre ja nichts passiert, also alles gut. Schade um den Busch und wir fragen uns, ob er eventuell wieder anfangen wird zu wachsen. Er ist ja nicht komplett beschädigt, nur halt größtenteils. Erst einmal, so die aktuelle Beschlusslage, wird er stehen gelassen und wird ein interessantes Experiment.

Morgen mache ich harmlosere Sachen: Rasen mähen, beispielsweise.

2010-06-02T21:31:05+00:002. Juni 2010|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Brennt wie ein Weihnachtsbaum