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Gedanken zur Kommunalwahl

Vorgestern stand ich harmlos in der unserer Miet-Auffahrt und sah den Katzen bei ihrem Treiben zu. Da hält ein Auto. Ein Mann mit einem Schild und einem Hammer steigt aus, geht zum Haus auf der gegenüberliegenden Seite und fängt an, das Schild in den Boden zu rammen. Aha, dachte ich bei mir, das ist ja mal was ganz Komisches. Seit wann arbeiten Handwerker an Feiertagen?

In dem Augenblick kam Susann und parkte ihren Wagen in der Auffahrt, freie Sicht hatte ich nun nicht mehr. Kurz darauf hielt hinter dem Wagen des schilderschlagenden Mannes ein weiteres Autos, aus dem vier Personen ausstiegen. Wollte der Nachbar sein Haus verkaufen und es hatten sich prompt Interessenten gefunden. Ich war schon ziemlich verwundert und recht fassungslos über das, was sich vor meinen Augen abspielte.

Susann kam herunter und konnte mich aufklären: Herr X. würde für die Kommunalwahl kandidieren, und zwar für die Kollegen, die immer Aktualität präsentieren wollen. Von deren Wahlkampfprospekt muss ich so geschockt gewesen sein, dass mir gar nicht aufgefallen ist, wer alles so mit darauf war. Ich hatte zwar versucht, herauszubekommen, wer wer ist, aber das Schema, was die blumenschenkende Wählergruppe angewendet hatte, war nur mit Mühe zu entschlüsseln.

Nachdem ich das Schema entschlüsselt hatte, waren mir die Personen auch schon wieder egal, so dass mir entgangen war, um wen es eigentlich ging. (Ein richtiger Dorfbewohner, der ich nicht bin, hätte natürlich alle gekannt und braucht deshalb die Bildlegende mit der Erklärung nicht.) Aber ich bin immer noch fasziniert: Amerikanischer Wahlkampf in Borgdorf, wow!

Gestern dann die nächste Überraschung: Jemand, der sich nicht zur Wahl stellt, mischte sich mit einem zweiseitigen Pamphlet (Gedanken zur Kommunalwahl) ein. Unser Vermieter, wer sonst? Darin stellt er klar, dass er nicht wüsste, wen er wählen sollte. Schließlich hätten die einen wie die anderen Dreck am Stecken. Die blumenschenkende KWG hätte die Existenz unserer Nachbarn vernichtet, war dort zu lesen, und die nachfolgende IBS hätte sich beim Einhalten von Zusagen (wieder in Bezug auf unser Nachbargrundstück) nicht gerade mir ruhm bekleckert. Ich weiß nicht, aber ich könnte mir vorstellen, da dürfte so manchem der Kamm geschwollen sein. Die Geschichten in den Gedanken waren mir durchaus nicht neu, schön fand ich allerdings den Verweis auf eine Buchreihe, die unser Vermieter selbst herausgibt, die man aber nirgendwo kaufen kann. (Ich hatte überlegt, mir ein Exemplar davon zu kaufen und mir signieren zu lassen. Aber geht wohl nicht…)

Ob die beiden Parteien das recht ignorieren oder ob sie Gegen- und Richtigstellungen durch die Gegend schicken? Ich habe gehört, für die Richtigkeit stehe ich also nicht gerade, dass ein Vertreter der einen Wählergemeinschaft dabei entdeckt wurde, wie er den Zustrom zu einer Versammlung der anderen observierte. Er saß versteckt hinter einem Busch. Ich sollte mich viel mehr einmischen, da scheint viel mehr Comedy im Spiel zu sein, als es auf den ersten Blick scheint.

2008-05-12T11:06:00+00:0012. Mai 2008|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Gedanken zur Kommunalwahl