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Anders als gedacht

Es gibt eine Reihe von Punkten, die uns das Ausziehen aus der derzeitigen Wohnung vereinfachen: Ein Grund sind unsere neuen Nachbarn rechter Hand, die seit vergangenem Jahr ihr Anwesen renovieren. Aus dem etwas verfallenen Haus, das aber irgendwie verzaubert wirkte, haben sie ein Klotz gemacht. Dazu gehörte schon ein wenig.

Sie sagten uns bei ihrem Einzug schon, dass sie vor hätten ein Café zu eröffnen. Allerdings waren ihre Vorstellung genauso fassbar wie eine Qualle im Ozean, und wir versuchten aus ihren Aktivitäten im Garten und am Haus schlau zu werden, wo denn nun eine gastronomische Einrichtung entstehen soll. Mit solchen Etablissements haben wir mittlerweile einige Erfahrung und ich kann nicht sagen, dass es die besten wären. Ganz im Gegenteil.

Wir hatten ja mal geplant, die Wohnung hier zu kaufen. Aber unser Vermieter kam nicht so recht in den Tritt und wir hatten das Gefühl, er mochte uns die Wohnung nicht verkaufen. Mittlerweile sind wir recht froh darum, weil ich nicht weiß, ob ich ständig meinen verzauberten Blick vom See zum Nachbargrundstück schweifen lassen möchte, auf denen ein hässliches Gebäude steht. Die Bäumchen, die sie uns vor die Nase gepflanzt haben, sind in zehn Jahren vielleicht auch so groß, dass sie unsere Sicht behindern und dafür das Laub auf die Terrasse bringen. Nee, mittlerweile bin ich unserem Vermieter recht dankbar.

Die Kündigung unseres Mietverhältnisses indes war eine Sache, die uns schwer im Magen liegt. Wir haben ein recht gutes Verhältnis zu unseren Vermietern, welches mehr nachbarschaftlicher denn geschäftlicher Natur ist. Da hat uns oft Freude bereitet. Aber dann hinzugehen und sagen zu müssen, dass man auszieht. Von Anfang an hatten wir uns entschlossen, erst damit rauszurücken, wenn alles in trocknen Tüchern ist.

Gestern war es dann soweit. Unser Vermieter nahm es mit einer gewissen Gelassenheit auf, und meinte, er hätte so etwas schon vermutet. Das ist so schwer ja auch nicht, denn schließlich gab es diverse Indizien, die darauf hindeuten. Zum Beispiel eine neue Couch, die im Vorraum steht und nicht aufgebaut wird. Dort stehen auch eine Reihe von Umzugskartons, die in einen normalen Haushalt nicht gehören. Und unser Haushalt wimmelt von Büchern, über Immobilienerwerb (die demnächst als Gebrauchtposten bei EBay auftauchen dürften), was aufmerksamen Augen auch nicht entgangen sein dürfte.

Das alles in bester Ordnung für ihn war, merkte man alsbald daran, dass er zu seinen Themen schweifte.

Ich hatte aber gesehen, dass es seine Frau ganz anders aufgefasst hat. Das hatten wir uns im Vorwege schon gedacht, ja befürchtet. Sie hängt mehr an uns als ihr Ehemann. Deshalb war mir das kurze Gespräch danach mit ihr wichtiger als das mit ihrem Mann. Da musste wurde schon beiderseits ein Tränchen weggedrückt, aber sie hatte es wohl auch geahnt. Wir hatten immer gesagt, dass uns das Wegziehen so schwer fällt, weil wir Hilde zurücklassen müssen. Vielleicht ist es für sie ein Trost, dass wir nicht aus der Welt sind und zehn Kilometer Entfernung sind ja nun nicht die Welt. Heute hatte sich Susann nochmal ausführlich mit ihr unterhalten und ihr vom neuen Haus erzählt.

Nun müssen wir die Kündigung noch in Schriftform, dann haben wir das auch erledigt.

2008-02-17T00:22:00+00:00 17. Februar 2008|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Anders als gedacht