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Der Weg nach Etosha

Auf bestimmte Sachen ist einfach Verlass: Wie beispielsweise meine berühmte Urlaubserkältung. Sie ist eingetroffen, hat aber nicht unbarmherzig zugeschlagen. Ich vermute einfach mal, dass es eine Nachwirkung von der Erkältung ist, die Susann seit der Gelbfieber‐Impfung rumschleppte. Eine Weile leistete ich Widerstand, bis der Körper nachgab und meinte: »Wenn ich schon nach der Impfung tapfer widerstanden habe, kannst Du aber nicht erwarten, dass hier mit der infektiösen Person rummachen kannst und aus einer Flasche trinkst, und ich das kommentarlos hinnehme.« So trinken wir jetzt einen mässig leckeren Hustensaft, lutschen Hustenbonbons und reiben uns abends die Brust mit der Vietnam‐Salbe ein, die eigentlich aus Singapur kommt.

Gestern war so gar nichts los. Wir haben ausgeschlafen, gefrühstückt, gepackt und haben dann die Africat‐Farm verlassen. In dem ersten Ort, den wir erreichten, tankten wir. Bei der Gelegenheit stellten wir zum einen fest, dass wir zwar die gleichen Kilometer gefahren sind, in unsere Tanks aber unterschiedlich viel Diesel passte. Merkwürdig, wenn man das gleiche Auto fährt und einem gesagt wird, dass die Tanks voll wären. (Wobei man da viel erzählen kann, denn unser Auto war nach dreihundert Kilometern immer noch der Meinung, dass der Tank randvoll wäre. Die Tankanzeige hat so überhaupt gar keinen Wert – wären wir nur mit einem Auto unterwegs ohne eine Referenz zu haben, hätte ich das wahrscheinlich schon reklamiert.)

Die Zigarettenschachteln, das war Erkenntnis Nummer zwei, werden mit hässlichen Bildern beklebt, die auf die möglichen Folgen des Rauchens hinweisen. Aber ob eine Marke jetzt »Light« oder was auch immer ist, das lässt sich nicht bei jeder Marke ermitteln. Das machte die Frau Mama traurig, da sie nicht wusste, was sie kaufen sollte. Aber gekauft hat sie dann trotzdem was. Geraucht wird es auch.

Wir fuhren weiter nach Etosha. Es sollte gestern noch nicht ganz rein gehen, die Station war kurz davor. Kurios ist, dass mit wem man auch gesprochen – Hotel‐ oder Restaurant‐Personal – immer gefragt wurde, ob es jetzt nach Etosha ginge oder man von dort käme. Das ist also ein absolutes Muss! Wenn man dann hinfährt, dann wurde einem gewünscht, dass man ein Rhino zu Gesicht bekäme. Ein Tier, dass ihnen wohl sehr am Herzen liegt. Löwen wären ja viel interessanter, die habe ich so aus der Nähe in der freien Wildbahn noch nicht gesehen, aber nein – es ist ein Rhino. Obwohl auch Löwen den Namibiern wichtig sind und sie auf diese Tiere stolz sind. Daniel, der Guide, erzählte uns, dass die Regierung Kuba drei Löwen geschenkt hat und sie aus der freien Wildbahn in die Karibik verschifft habe – da wären alle im Land gewesen und man konnte ihm sein Unwillen wirklich ansehen. Aus der freien Wildbahn nach Kuba – was für eine Idee!

Wir fuhren also erst nach Otjiwarongo, wo wir tankten und dann unsere Wasservorräte auffüllten. Vor dem SPAR passte ein nette, junger Mann auf unsere Autos auf und im SPAR wurden wir im Anschluss kontrolliert, ob wir unsere Einkäufe auch wirklich bezahlt haben. Ich stelle mir gerade vor, so etwas würde in Deutschland eingeführt werden – was da los wäre…

Hinter Otjiwarongo wurde es schon ein wenig leerer. Aufregend war noch ein entgegenkommendes Auto, was hektisch die Lichthupe betätigte. Ich vermute, dass der Fahrer uns vor dem LKW, der kurz darauf folgte, warnen wollte, dessen Fahrer‐Windschutzscheibe, komplett zersplittert war. Was der noch gesehen hat, ist mir ein Rätsel. Vielleicht warnte er auch vor der Schafherde, die kurze Zeit später am Straßenrand auftauchte.

In Outjo nahmen wir unser Mittag ein. Die Karte war auf englisch und deutsch und wir hätten auch Bratwurst mit Sauerkraut haben können. Schnitzel gab es auch. Zu dem Wrap, den ich hatte, gab es Kartoffelsalat, der interessant schmeckte und Rote‐Beete‐Salat. Für das Geld konnte man das wirklich gut haben. Selbstverständlich saßen wir im »Biergarten«. Warum es im Biergarten kühler sein sollte als im Restaurant, erschloss sich uns nicht ganz – aber es war halt nett, wir sind Deutsche und haben Biergärten zu lieben. Passt also schon.

Hinter Outjo wurde es auf den Straßen richtig öde. Es gab eine Herde Ziegen, auf die man aufpassen musste, eine (bewachte) Herde mit Kühen und – plötzlich! – saßen sei Männer am Straßenrand. In Wagen Nummer 2 hatte das Schwesterchen und Herr Papa nachgemessen: Zwischen 15:09 Uhr und 15:31 Uhr kam uns kein Auto entgegen, wir wurden von keinem Auto überholt und haben selbst keines überholt. Links und rechts sieht man nur Zaun von irgendwelchen Farmen und deren Eingänge. Man fühlt sich dann schon allein. Das Schwesterchen wechselte aus Langeweile mal die Straßenseite und fuhr ein Weilchen neben mir. Sonst ist sie für solchen Unsinn ja nicht zu haben. Aber die Tatsache, dass man bei den geraden Straßen schon Kilometer weit im voraus absehen konnte, ob ein Auto (oder irgendetwas anderes) kommt, verleitete sie zu dieser Aktion, die in Deutschland wohl unmöglich wäre.

Infos zur Unterkunft
Direkt vor den Toren des Etosha National‐Park liegt das Gondwana Etosha Bush Camp. Die Hütten stehen in ausreichendem Abstand und sind einfach ausgestattet.  Am Abend kann man am Buffet des Restaurants teilnehmen und dabei die Musik genießen. Die Preise für die Unterkunft (etwa 130 Euro pro Nacht für ein DZ) kann man unter Berücksichtigung der Lage moderat nennen.

Wir waren im Etosha Safari Camp für eine Nacht untergebracht, wo wir kleine, einfache Hütten bezogen, die aber Klima‐Anlagen hatten. Die Klima‐Anlage war auch gar nicht so laut, und selbst wenn sie ein wenig lauter gewesen wäre, hätte es nichts gemacht, denn mit unserer Ankunft begann es langsam zu stürmen, was sich zu einem richtigen Sturm auswuchs. Es soll nachts auch kurz geregnet haben, wovon ich aber nichts mitbekommen habe.

Das Restaurant ist aufgemacht wie eine Bar einem Slum, originell und nett, und zwei Musiker mit Gitarre unterhielten uns den ganzen Abend. Hin und wieder kam dann noch eine Bedienung mit dazu und sang beziehungsweise tanzte. Das Essen war bodenständig, aber nicht sensationell. Wir haben dort einen netten Abend verbracht, bevor nach Etosha fuhren.

Heute sind wir dann um sieben Uhr beim Frühstück gewesen (auch dieses bodenständig und okay) und waren um acht Uhr schon auf dem Weg in den Park. Wir wollten hinter Okaukuejo in nordwestliche Richtung fahren und fuhren zuerst die Schleife bis Adamax über Okondeka. Letzteres ist ein schönes natürliches Wasserloch, wo richtig was los gewesen ist. Bis dahin hatten wir schon Hyänen, Schakale, Streifenhörnchen und eine Reihe von Antilopen gesehen. Die Hyänen waren zweifellos der Höhepunkt. Diese hatten sich in einem Rohr versteckt und fanden unsere Beobachtungsaktivitäten gar nicht lustig. Es wirkte so, als ob sie uns von diesem Unterschlupf weglocken wollten.

Dann wurde es ein wenig ruhiger und es gab bis zum Märchenwald nur große Nester von Webervögeln und Elefantendung. Von Elefanten selbst war nichts zu sehen. Die Landschaft selbst besteht entweder aus Sträuchern oder aus kleinen Bäumen, die zur Zeit grüne Blätter haben. Das wechselte immer unvermittelt ab. Insgesamt macht alles einen sehr kargen Eindruck.

Auf der Rückfahrt nach Okaukuejo – vorgesehen für Toilette, Lunch und als Raucherparadies – sahen wir aus der Ferne zwei Elefanten, aber nicht so, dass sie wirklich ein Fotomotiv gewesen wären und eine Reihe von Giraffen.

Danach ging es in Richtung Halali, wo wir unsere heutige Unterkunft haben. Unterwegs gab es noch eine Reihe von Giraffen und auch Antilopen zu begucken. Aber so richtig aufregend wurde es nicht. (Keine Frage, wir sind auch schon verwöhnt worden.)

Infos zur Unterkunft
Mittendrin im Park ist das Halali wohl die Unterkunft mit dem lustigsten Namen der ganzen Tour und eine von vier möglichen Unterkünften des Namibia Wildlife Resorts im Etosha Nationalpark. Die Preise für die Unterkunft, die wir hatten, waren wirklich günstig – was aber vielleicht auch an Reisebüro‐Rabatten lag. Die Unterkunft war einfach und sauber. Die Gastronomie dagegen war nicht so prickelnd.

Gegen vier Uhr trafen wir in Halali ein, ruhten ein wenig und traten um halb sechs Uhr noch einmal zu einer Kurz‐Safari auf eigene Faust auf. Der Herzenswunsch aller Namibier, dass wir ein Rhino sehen sollten, wurde uns hier erfüllt. Es rannte plötzlich und völlig unverhofft über die Straße. Die Beste aller Ehefrauen bekam sich danach minutenlang nicht ein und malte sich aus, was passiert wäre, wenn wir zehn Sekunden eher an der Stelle gewesen wäre – dann hätte das Nashorn uns gerammt. Das Schwesterchen konnte sich das ganz gut vorstellen – für ihren Geschmack waren wir auf der holprigen Strecke zu schnell unterwegs. Das aber nur für’s Protokoll.

Für die kurze Zeit, die wir unterwegs waren, haben wir dann doch ein wenig was gesehen: einen hübschen Vogel mit einem lustigen Schnabel und ein Pärchen Hyänen, dass sich mit einem Pärchen Schakale stritt.

Pünktlich vor Toreschluss waren wir wieder zurück in Halali. Gingen zum Abendbrot (Buffet – war okay, aber auch nicht mehr) und danach in unsere Unterkunft (für die das Gleiche gilt wie für das Buffet).

Abends blitzte es wieder am Himmel, Regen fiel nicht.

Namibia 2015

Die Kategorie läuft unter dem Namen »Namibia 2015«, aber die eigentliche Reise ging von Namibia über Botswana nach Simbabwe.

Eine zusammenfassende Seite finden Sie hier.

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2016-11-05T07:29:45+00:0023. Dezember 2015|Categories: Namibia 2015|Tags: , , , , |Kommentare deaktiviert für Der Weg nach Etosha