Ganz, ganz schlechte Nachricht - ohne JavaScript werden wir hier nichts...

Knäcke, Honig und Haferschneeflocken

Es heißt ja: »In unseren Gedanken leben sie weiter in uns.« Das stimmt. Sehr lange Zeit. Mein Opa ist über fünfundzwanzig Jahre tot, aber er ist immer noch präsent. Nicht jeden Tag, vielleicht nicht einmal jede Woche.

Gestern beispielsweise, als ich in der Küche stand und mir einen kleinen Snack zum Mittag machte. Ich holte mir Joghurt und Müsli, mischte das zusammen und dachte, soweit ist das von Haferschneeflocken nicht entfernt. Haferschneeflocken? Ob es die noch gibt?

So war das Ritual: Der Opa stand auf, machte sich im Bad fertig und ging dann in die Küche. Da wartete ein Kaffee auf ihn und ein Teller mit Haferschneeflocken in Milch. Er nahm das ganze gezuckert und gesalzen, dazu zwei Knäckebrot, die immer mit Honig beschmiert waren. War ich bei den Großeltern, dann stand ich ebenfalls auf, um mit Opa zu frühstücken und neben dem Teller vom Opa, stand ein zweiter Teller mit Haferschneeflocken und Honig-Knäckebrot. Zu dem Frühstück vom Opa gab es nur einen Unterschied: Meine Haferschneeflocken waren nicht gesalzen sondern nur gesüßt und für mich gab es keinen Kaffee sondern Kakao.

Ich habe lange überlegt, aber zwei Sachen stehen fest: Die Haferschneeflocken wurden in warmer Milch serviert und die Oma hat nie mit uns gefrühstückt. Es kann sein, dass sie ein wenig früher oder später gefrühstückt hat. Aber in der kleinen Küche saßen dann nur der Opa und ich nebeneinander und löffelten unseren Teller.

Am Wochenende war es wohl anders, da war die Tante noch da und es gab Frühstück am Tisch. Aber hier gibt es eine Lücke, denn ich kann mich nicht entsinnen, ob wir dann auch unserer Quasi-Müsli bekommen haben oder es nur Brot und Brötchen gab. Hier sind mir die Abendbrot-Mahlzeiten mehr in Erinnerung geblieben.

Interessant, wie das mit Erinnerungen so ist. Ich nahm mir gestern zu dem Müsli noch ein Knäckebrot. Es war nicht das Knäckebrot, wie wir es früher hatten (eine Sorte, immer gleich), sondern eine von den gefühlt zwei Millionen, die Wasa so hat, und beschmierte sie mit Butter und Honig. Was immer der Knäckebrot-Hersteller mit seinem Knäckebrot so veranstaltet – es schmeckte immer noch genauso gut wie damals.

Wenn ich das nächste Mal im Großmarkt bin, werde ich auch mal nach Haferschneeflocken schauen. Und ganz, ganz wichtig: Es müssen Haferschneeflocken sein. Haferflocken allein gehen gar nicht!

2015-03-08T10:27:13+00:00 8. März 2015|Categories: Dies und Das|Tags: , , , , , , |Kommentare deaktiviert für Knäcke, Honig und Haferschneeflocken