Eigentlich, das war der Plan, wollte ich von Peugeot mal weg und was etwas Größeres kaufen. Wir machten sogar schon eine Probefahrt bei Nissan und konnten uns mit einem der Autos, die den einen jetzt unschreibbaren Namen haben, sehr gut anfreunden. Sogar in eine Probevermessung in der Garage gab es schon. Dann kam das, was man langläufig die Verhandlung nennt und auch die verlief ganz in meinem Sinne. Auf der Rückfahrt vom Autohaus nach Hause überkam mich ein Gefühl von: »Muss das sein?«, welches vielleicht unbewusst oder bewusst (man weiß ja nie) von meiner Gattin vorher gesetzt worden war.

Sie fand den Wagen auch schick. Aber nicht so, dass sie der Meinung war, ich müsste ihn kaufen. Sie hätte ihn selbst gekauft. Man sieht, ein etwas verworrenes Meinungsbild.

Ich beschloss, bei Gelegenheit den Peugeot‐Händler meines Vertrauens aufzusuchen und als ich das tat, rannte ich offene Türen ein. Letzteres ist nun allerdings wirklich nicht Peugeot‐spezifisch, sondern das geht einem wohl in jedem Autohaus so. Da stand er, der neue 208er. Susann hatte erklärt, er würde irgendwie nicht so spritzig aussehen und sie möge ihn nicht. Mir war das egal, denn der 208er sieht von innen wirklich schick aus, sehr viel mehr Fertiger als der 207er.

Dann kam die Probefahrt: Abgesehen vom Interieur hatte er ein tolles Touchdisplay und innerhalb von einer Minute hatte ich mein iPhone (oder das meines Arbeitgebers) mit dem Teil gekoppelt. Ich war begeistert. Autofahren wird völlig überbewertet es kommt auf das Drumherum an und das war dufte. Der Wagen war so gut wie gekauft. Susann fand dann auch, dass man vielleicht in der Werbung mehr Bilder von innen denn von außen zeigen soll und ich meinte, das sei mir egal, ich sehe ihn die meiste Zeit von innen. Die Tour war kurz und ausreichend, im Geiste hatte ich die Papiere schon in der Hand. Vorsichtshalber hatte ich die Daten dann aber doch gelöscht, wer weiß, wie das mit diesen Kopplungen so ist.

Wir kamen in den Verkaufsraum und Susann sah ein Cabrio. Hiermit ist die Geschichte eigentlich zu Ende. Mit ihrer ausgefeilten Verhandlungstaktik gab sie mir zu verstehen, dass ich ja schon immer ein solches Auto gern gekauft hätte und fahren würde. Es würde Spaß machen und und und. Das stimmte nur zum Teil. Ich habe mal ein Saab Cabrio als Mietwagen gefahren … das war toll und für den Lebensabschnitt ab Mitte fünfzig hatte ich das auch im Blick gehabt. Ansonsten war der 206 CC oder 207 CC eine Alternative gewesen. Wir standen aber vor einem 308 CC, das war eine ganz andere Klasse und ein Vorführwagen. Ob wir eine Probefahrt machen wollen, fragte der Verkäufer. Ja, meinte Susann, der 208er wäre ein schönes Auto, aber er sieht halt irgendwie langweilig aus.

Die Probefahrt brauchte etwas länger und als wir zurückkamen, lag der Vertrag schon bereit und wir mussten nur noch unterschreiben. Jetzt fahren wir Cabrio und stellen entsetzt fest, dass das Wetter in diesem Jahr nicht sehr oft cabrio‐kompatibel ist.

Aber eigentlich wollte ich ein ganz anderes Auto kaufen…