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Das Taxi und eine Kammer

Ich kannte die Aachener Straße in Köln nicht. Die zieht sich. Vor der Reise nach Köln hatte ich noch geschaut und es sah ganz so aus, als würde man von der S-Bahn fix zu der Allee und ich damit auch zu meinem Hotel kommen. Vor Ort sah das plötzlich ganz anders aus. Deutlich negativer, deutlich regnerischer und deutlich dunkler.

Da stand ich nun an der Kreuzung und mein Hotel war nicht da. Nur ein anderes. Kurzes fluchen: Warum wurde mir das denn nicht gebucht? Hilft ja nichts. Ich musste, so hatte ich es gelesen, zur Nummer 128. Mit einigem Schrecken stellte ich fest, dass ich aber der Nummer 1200 und ein wenig mehr stand. Das hatte ich aber auf Google Maps ganz anders in Erinnerung gehabt. Egal! Kurze Überprüfung übers iPhone und das sagte mir: 6 Kilometer Fußweg und der kurze Hinweis, dass ich eine Stunde unterwegs sein würde. Na, das musste ja wohl nicht sein!

Als rief ein Taxi und gab die Kreuzung als Abholort an. Wirklich wenige Zeit später fuhr auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Taxi hinein. Blöd, dachte ich mir noch, auf der anderen Straßenseite bin ich ja. Nun ist die Aachener Straße nicht dafür ausgelegt, mal kurz rüberzuhüpfen. Vierspurig und in der Mitte fährt die Straßenbahn. Das Taxi wendete in der Straße und hielt. Mein Telefon klingelte: »Ja, Amir hier. Ich bin in der Straße, aber sie sind nicht da.« Ich guckte hinüber und meinte: »Ich sehe sie, ich komme rüber.« Er erwiderte etwas, was nicht direkt Freude aber doch eine gewisse Zufriedenheit ausdrückte. Ich marschierte über die Straße und ging zu dem Taxi. Der Fahrer interessierte sich heftig für die andere Straßenseite und sah überhaupt nicht so aus, wie es die Stimme an dem Telefon verhieß. Irgendwie war der ausländische Akzent verschwunden und hatte einem breiten kölschem Dialekt Platz gemacht. Wir waren uns schnell einig, dass wir nicht zueinander passten. Ich hatte nicht den richtigen Namen und er nicht den richtigen Akzent.

Ich schaute wieder zur Aachener und sah auf der anderen Seite in der Einbahnstraße ein Taxi rückwärtsfahren. Aha, blöd gelaufen! Mein Telefon klingelte. »Ich bin auf der anderen Straßenseite und komme hinüber.« »Warum?« »Nun ja, da war das Taxi. Aber das waren nicht sie.« Mit einem breiten Grinsen empfing er mich und meinte, er wäre in der richtigen Straße. »Ja«, sagte ich, »das stimmt. Aber hier ist die Kreuzung Aachener, wie ich es ihrem Kollegen gesagt hatte.« »Ach, das hat der gar nicht weitergegeben.« Er zeigte mir, dass die Straße richtig angegeben war, aber die erweiterte Information mit der Kreuzung Aachener war zu einem »Kreuzerstraße« geworden. Na, wir hatten uns ja gefunden.

Nun nannte ich den Hotelnamen und er meinte: »Hätten Sie nicht die Straße überquert sondern wären sie weiter runtergangen, könnten Sie schon im Hotel sein.« So fuhren wir, da ich ihn ja in die Einbahnstraße gelotst hatte, einen großen Bogen. Aaarggg! War doch die Hausnummer nicht 128 sondern 1228. Aber ein Gutes hatte es: Der Taxifahrer hatte seinen Spaß!

So viel Luxus, eine Kreuzung mit dem Taxi zu fahren, musste natürlich betraft werden. Ich habe nun ein Zimmer in einem Hotel, welches im dritten Stock ohne Fahrstuhl liegt (egal, könnte man meinen), Dachschrägen hat (ach, das fand ich in Westensee damals total gemütlich) und vermutlich kleiner als eine Gefängniszelle ist (kleiner als 5 m², Schrägen nicht berücksichtigt). Das man dafür dann noch über fünfzig Euro bezahlt, macht mich aber schon ein wenig wütend.

2012-04-25T23:09:00+00:00 25. April 2012|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Das Taxi und eine Kammer