So ein Papst‐Besuch ist recht anstrengend, so dass wir das Frühstück am Tag des Herren nicht so zeitig feierten. Überhaupt war der Sonntag ein recht ruhiger Tag, an dem wir viel durch Rom schlenderten und einfach eine gute Figur machten.

Erstes Ziel war die Spanische Treppe, die ja ein Muss ist, wenn man dem Reiseführer glauben darf. Ob die Touristen, die auf ihr sitzen, wirklich die elegante Form bewundern, wie der Schreiber es im Reiseführer tat oder ob es einfach ein hipper Ort ist, auf dem man ein wenig rumlungern kann, sei einmal dahingestellt. Wie so viele Treppen kommt man mit ihr von unten nach oben und von oben nach unten – also praktisch ist sie auf jeden Fall. Oben gibt es eine Kirche, in der eine Messe in französischer Sprache gehalten wurde. Irgendwie paradox: Französische Messe an der spanischen Treppe im italienischen Rom. Das hat schon was.

Nachdem wir von dort oben den Blick über Rom haben schweifen lassen, verzogen wir uns in den Park Villa Borghese, wo wir auf Bänken saßen und einem Trompeter zuhörten (freiwillig), in einem Café ein leckeres Eis aßen (bzw. Tomaten mit Mozarelle bzw. ein Sandwich) und anschließend herumschlenderten. Gelassen, wie es sich für einen Sonntag gehörte.

Mit dem Bus, der uns geneigt war, fuhren wir dann zur Piazza Venetia, um noch einmal das Wahrzeichen Roms zu betrachten. In dem Café hatte man uns erklärt, das würde dort zu finden sein. Wo genau, blieb aber schleierhaft. Letztlich stand es im Museum des Kapitols und mit einer fast sozialistisch anmutenden Zustimmungsquote wurde beschlossen, dass zwölf Euro für einen Bronze‐Wölfin mit Säuglingen zu viel Geld wären. Um die Ecke hat man einen schönen Blick über das Forum Romanum.

In den Reiseführern steht über Bootsfahrten kaum etwas drin. Wir wissen jetzt auch, warum: Es lohnt nicht. Eine stattliche Summe ging dafür über den Tresen, dass man die Kanalwände des Tiber anstarrt und kaum irgendetwas sieht. Wir nutzten die Zeit, um abzuruhen.

Nach einer Runde und einem Aufschlag von einer Viertelrunde stürzten wir uns wieder in das römische Getümmel. Wir wollten unbedingt den Eisladen noch einen Besuch abstatten und uns diesmal nicht mit läppischen drei Geschmacksrichtungen begnügen, sondern noch einmal in die Vollen gehen.

Zum Abendessen ging es dann fast schon nach Hause. In dem Restaurant bediente uns Dr. Greene von Emergency Room, zumindest sah er so aus. Besonders freundlich war er nicht und das Essen war o.k., aber auch nicht mehr. Das Abschlussessen ist nicht das Highlight gewesen – aber das Tiramisú hat sich einen guten zweiten Platz erkämpft.

Wir saßen dann in dem Hotel, in dem wir wirklich nur geschlafen haben, zusammen und haben zwei Fläschchen Wein “vernichtet” und bis spät in die Nach geplaudert.

Das war’s dann auch schon wieder gewesen. Bis zum nächsten Jahr an einem anderen Ort.