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Heinrich Steinfest – »Ein sturer Hund«

Ist es aufgefallen: Fast nur Piper‐Bücher in der letzten Zeit. Das liegt natürlich vor allem an Heinrich von Steinfest (der hier bald mit zwei weiteren Büchern vertreten sein wird) und Maarten ‘t Hart (der bei mir auch noch auf der Halde liegt). Aber ganz ehrlich gesagt, die Mieze bindet recht viel Zeit, so dass man gar nicht so zu dem kommt, was man eigentlich machen wollte und, viel schlimmer, machen müsste. Ich werde aber an dieser Stelle keine Besserung geloben.

Markus Cheng, der einarmige Detektiv, ist von Wien nach Stuttgart gezogen. Die Gründe dafür waren zahlreich. Dass ein solcher Umzug zwangsläufig mit Erfolg verbunden sein muss, ist natürlich aus der Luft gegriffen und so kommt es, wie man sich denken kann. Die Auftragslage von Markus Cheng ist hundsmiserabel. Was nicht an dem faulen, dicken Hund liegt, den Cheng sein eigen nennt, sondern vielmehr, daran, dass die Auftragslage für chinesischstämmige Wiener in Stuttgart nicht unbedingt besser ist. Aber es scheint, dass Cheng umgezog, weil er ein wenig Abwechslung braucht.

Auftritt Klient: Mortensen ist Cheng nicht so unüblich. Sieht aus wie ein Norweger, trägt einen norwegischen Namen, hat norwegische Eltern – aber ist kein Norweger. Der Nicht‐Norweger war Witwer, der seine Frau bei einem Flugzeugunglück verlor. Er hatte keine Lust gehabt, in den Urlaub zu fliegen und eine Magen‐Darm‐Grippe vorgetäuscht. Stattdessen flog seine Frau mit ihrer besten Freundin gemeinsam in den Tod. Sie hinterließ ihm ein wenig Geld und so konnte sich Mortensen um das kümmern, was ihm am meisten lag: der Literatur.

Drei Bücher hatte er herausgebracht. Allen drei Büchern war kein Erfolg beschieden. Der Verleger hatte nach dem letzten Buch aufgegeben. Mortensen mochte diesen Gedanken nicht. Er zog sich immer wieder in die Bibliothek zurück, hatte dort seinen Platz. Nun musste er eines Tages feststellen, dass sein Platz belegt war. Das war schon eine Frechheit!, aber er verzieh dem Mann, denn er stellte fest, dass dieser Mann seine Bücher las. Was für ein Zufall! Er lernte einen seiner Leser kennen. Wobei »kennenlernen« natürlich zuweit gefasst ist. Er beobachtet seinen Leser, folgt ihm und versucht ihn aus der Ferne kennenzulernen.

Gemeinsam (er mit seinem Leser, aber sein Leser ohne ihn) gehen sie in eine Kneipe, wo Mortensen auch gleich einen Freund des Mannes kennenlernt. Er setzt sich so unauffällig wie nur möglich in die Nähe seines Lesers und belauscht das Gespräch. Er mochte was sagen, aber das wäre ihm nicht statthaft vorgekommen. Später interessiert sich sein Leser für eine Frau, die in der Ecke sitzt. Zu dritt, mehr oder weniger natürlich, verlassen sie die Kneipe. An einer Kreuzung sprich der Leser die Frau an. Gemeinsam gehen sie zu seiner Wohnung.

Mortensen ist neugierig, was passieren wird und postiert sich im Treppenhaus eines gegenüberliegenden Hauses. Er sieht er nichts … und dann sieht er, wie der Kopf seines Lesers im Aquarium landet. Nur der Kopf. Die Frau verlässt die Wohnung.

Kurz darauf wird ein Mann verhaftet und Mortensen weiß, dass er nicht der Täter sein kann. Er wendet sich an Cheng, er möge bitte den Fall untersuchen. Cheng, nicht von Arbeit überhäuft, handelt ein nettes Honorar heraus und macht sich an die Arbeit. Er merkt bald, dass er in ein Wespennest gestochen hat. Nicht nur die Polizei interessiert sich für seine Tätigkeit, auch die Mörderin ist an seiner Tätigkeit lebhaft interessiert. Schließlich zieht er auch noch das Interesse fremder Geheimdienste auf sich.

Cheng weiß, dass er in der Patsche sitzt und mit ihm drin natürlich sein Klient.

Wieder ein fabelhaft geschriebener, sehr witziger Krimi. Die Story kommt einem wie ein Märchen vor, aber das macht nun wirklich nichts. Wie heißt es manchmal woanders: Lesebefehl!

2007-03-10T09:00:00+00:0010. März 2007|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Heinrich Steinfest – »Ein sturer Hund«