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Der Briefkasten

Post bekommen ist das Größte. Heute war das Ergebnis aber eher ernüchternd. Präsente zu Weihnachten wurden mir nahegebracht. Ein Weinversand, mit dem ich noch nie zu tun hatte und der irgendwie an meine Adresse gekommen ist, beglückte mich mit der Information, dass er jetzt korkfreien Wein anbieten würde. Wein, der mit allerlei Verschlüssen gesegnet war, allerdings nicht mit Kork. Ging gleich in die Tonne, ich bin da ein wenig konservativ und liebe den Korken.

Stattdessen die Rechnung meines Arztes, der für einmal abhorchen, in die Ohren und in den Hals schauen sowie das Verschreiben einer Mundspühlung 35 Euro haben will. Zu allem Überfluss fehlte dann noch die fällige c’t, so dass ich bis Freitag warten muss, bis ich das aktuelle Exemplar meiner Lieblings‐Computerzeitschrift in den Händen halten werde. Kein guter Tag für unseren Briefkasten.

Gestern war ich reichlicher gesegnet. Ein Pärchen Reiseführer kam an und machte meinen Abend. Ich stöberte durch Kapstadt und durch die Restaurants. Machte mich erst einmal kundig, wie es denn mit dem Umrechungskurs aussieht, und betrachtete dann die Angaben in dem Reiseführer etwas entspannter. (1 Euro etwa 9 Rand – werde wahrscheinlich alle Beträge einfach durch zehn teilen.) Dazu klang aus dem Lautsprecher der Anlage die Musik der neuen CD.

 

CDs höre ich ja schon länger nicht. So ging auch die neue CD von Damien Rice zuerst in den PC um als MP3 auf selbigem gelagert zu werden. Anschließend hörte ich die neue Scheibe rauf und runter. Nicht sehr zur Freude von Susann, die mit der Musik nicht allzuviel anfangen kann. Mir gefällt der Wechsel von Tempo und Lautstärke innerhalb eines Stückes. So kann aus einem seichten und kraftlosen Stück eine wahre Explosion werden. Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob Damien Rice wirklich singen kann, aber irgendwie schadet es nicht, da häufig eine weibliche Begleitung zu hören ist. Er hätte das Album statt 9 auch Duetts nennen können. Aber den Titel gibt ja noch häufiger als die Zahl als Titel.

So kommt Damien Rice auch die Ehre zu, der 10.000 Titel in meiner MP3‐Sammlung zu sein. Habe mich vor Kurzem, als ich in einem ZEIT‐Artikel las, dass es üblich sei, dass die Leute auf ihren MP3‐Playern zehntausende Titel mit sich rumschleppen, mehr als der Bestand mancher Radiostation, gefragt, was denn das für Leute seien, die 10.000 Songs ihr eigen nennen. Nun, dank emusic und Jamendo, nicht zu vergessen iTunes (ungern genannt, da mir dieser DRM‐Kram und der Umweg über eine gebrannte CD ziemlich auf den Senkel geht), kommt so einiges zusammen.

Ein Trost für die alten Zeiten: Ich habe scheußliches Zeug beim Digitalisieren meiner CD‐Sammlung gefunden, die mich an meinem Geschmack schwer zweifeln ließen, aber auch heute lässt sich noch einiges Erwerben, was man vier Wochen später nicht mehr hören möchte. Das Entsorgen von MP3s ist allerdings viel leichter als das Entsorgen von CDs und Kassetten.

Eine Anmerkung noch zu emusic. Ich finde das Abo‐Modell recht angenehm, auch wenn ich nur das kleinste Paket haben. Mainstream wird man bei dem Anbieter nicht finden. Das tangiert mich allerdings nicht so arg, da ich schon häufig abseits von diesem gehört habe, und dies jetzt verstärkt mache. Eine Entdeckung war zum Beispiel Leigh Nash gewesen, von der ich zuerst einen freien Track heruntergeladen hatte. Eine sehr sinnvolle Einrichtung, die anderen Shops auch gut stehen würde: emusic bietet jede Woche eine Reihe von Songs an, die man sich frei herunterladen kann. Als Appetithappen sozusagen. Man muss aber wohl schon jede Woche gucken, da dass Angebot wechselt.

2006-11-26T00:38:00+00:0026. November 2006|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Der Briefkasten