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In die Mutterstadt

Meine Mutterstadt wäre ja Demmin, denn da wurde meine Mutter geboren und verbrachte einen Teil ihrer Kindheit. Aber mit Mutterstadt verwende ich in einem anderen Zusammenhang: Die Südafrikaner nennen Kapstadt (Cape Town) Mutterstadt, da von ihr die Ansiedlung der Buren begann. Heute ist sie eine pulsierende Metropole mit angenehmen Klima. Grund genug für mich, sie mal heimzusuchen.

Susann lasse ich zu Hause und mache mich allein von dannen. Das hat natürlich seinen guten Grund, denn ohne Grund lässt man die beste Ehefrau von Welt nicht zu Hause. Die ganze Geschichte ist nicht als Vergnügungsreise ausgelegt, ich will mal was für meine Englisch‐Kenntnisse tun und werde dort drei Wochen lang die Schulbank drücken. Sicher eine ganz spannende Erfahrung, wo doch mein letzter Sprachkurs sicher schon zehn Jahre her ist. Werde ich wie in der Schule die Minuten bis zur Pause zählen? Nein, wahrscheinlich eher nicht. Zumal es wenig Abwechslung geben wird. Was sehnte ich das Ende der Mathe‐ oder Kunstunterricht‐Stunde herbei, denn danach gab es Unterrichtsstoff der mir näher lag. Aber was soll in einem Englisch‐Sprachkurs auf eine Englisch‐Stunde folgen? Genau, die nächste Englisch‐Stunde.

Aber ich habe es mir ja selbst auferlegt. Ich bin ziemlich gespannt, denn das Eine oder Andere ist völlig neu für mich. So habe ich noch nie einen Kurs im Ausland belegt. Ich habe noch nie bei einer Gastfamilie gelebt. Auch ganz spannend: Bin ich ins außereuroäische Ausland gereist, war da meist jemand, der mich erwartete oder ich bin mit jemandem zusammen gewesen. Diesmal fahre ich nach Südafrika ganz allein und keiner, den ich kenne, erwartet mich. Hey, mit selbst mit 36 kann man noch neue Erfahrungen machen *ironie*.

Um halb vier Uhr ist der Unterricht aus und in den Unterlagen (bzw. auf der Webseite) der Sprachschule ist davon die Rede, dass auch nach Feierabend noch Aktivitäten stattfinden würden. Na, da bin ich mal gespannt. Einen Reise‐ und einen Restaurant‐Führer habe ich schon besorgt. Ich habe leider vergessen, rechtzeitig zum Geburtstag bekanntzugegeben, dass ich schon gut versorgt bin. Wahrscheinlich fahre ich mit zwanzig Reiseführern und Reise‐DVDs in die Mutterstadt und komme nicht dazu, irgendwas zu sehen, weil ich nur in den Reiseführern blättere.

Mit einigem Entsetzen habe ich festgestellt, dass es nur vier freie Tage gibt, an denen man größere Ausflüge planen könnte. Entscheidungen sind noch nicht gefallen, aber es sieht sehr danach aus, als ob ich mich mal auf eine Weinland‐Tour einlasse, dann will ich natürlich an das Kap der guten Hoffnung. Eine Safari muss man auch mitgemacht haben, wenn man schon mal da ist. Ja und dann? Es gibt noch fünfundachtzig weitere Dinge, die zur Disposition stehen, für die aber gar keine Zeit sind. Man sieht: Reines Vergnügen ist es.

2006-11-25T18:59:00+00:0025. November 2006|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für In die Mutterstadt