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Eine lange Anreise

Die Abende vor der Abreise waren noch einmal vollgepackt – da war Donnerstag mit der Firmen‐Weihnachtsfeier und der Freitag mit dem Hobbit und anschließendem Schneeregen. Wir kamen sehr spät nach Hause und ich sah auf dem Router ein Lichtlein blinken, welches gewiss nicht der Adventszeit geschuldet war. Aber um halb ein Uhr nachts ruft man läufte nicht zurück, insofern sparte ich mir das Abhören auch.

Am nächsten Morgen tat ich es dann und wenn man auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht hat, die so lautet, wir wollten mal hören, wie es so geht und hätten da noch was mitzuteilen, dann kann man davon ausgehen, dass es nichts Gutes ist, was einen als Nachricht erwartet. Der geschätzte Herr Papa teilte mir am Morgen auch mit, dass die Tante aus Ahrensburg sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hatte. Haargenau das, was man in der Weihnachtszeit im Allgemeinen, und kurz vor dem Urlaub im Speziellen gebrauchen kann.

Wir entschieden uns, dass wir noch im Krankenhaus vorbeifahren, denn Ahrensburg liegt ja »quasi« auf dem Weg. Auf dem Parkplatz dieser Klinik, die auf Orthopädie spezialisiert war, war so gut gestreut, dass man der Meinung sein konnte, die Herrschaften wollten für neue Kundschaft sorgen.

Nebeneffekt dieser Visite war, dass wir schon um halb fünf Uhr auf dem Flughafen waren und somit auf der ganz sicheren Seite. Den Flug konnten wir nicht verpassen. Nun kamen wir zu viert aus Kiel und die Frau Mama und der Herr Papa kamen mit dem Zug aus Potsdam. Das mit dem Handy hat nicht so geklappt, da die Frau Mama das Handy nicht gehört hat und der Herr Papa hatte es wohl auf lautlos gestellt, so dass da auch nichts ankam. Aber der Hamburger Flughafen ist nicht so groß, als das man sich nicht finden würde.

Ein wenig Trubel hatten wir beim Einchecken. Ich hatte mich schon am Morgen gewundert, dass die Potsdamer problemlos online einchecken konnten, die zweite Gruppe aber nicht. Ein Anruf bei Emirates brachte keine Lösung. Warum das so war, erfuhren wir dann am Flughafen, denn dort konnten wir auch nicht eingecheckt werden. Kein so schönes Gefühl. Es stellte sich nach einer ganzen Weile heraus, dass die Flugnummer sich in den letzten sechs Monaten geändert hatte und bei unseren Tickets das nicht geändert wurde.

Der Flug selbst verlief unaufgeregt unspektakulär und das sowohl nach Dubai wie auch nach Ho Chi Minh Stadt, weshalb der Kürze halber hier nur noch Saigon genannt wird. Man mag der Meinung sein, dass dies politisch nicht korrekt sei – aber unser Reiseführer hier vor Ort redet auch nur von Saigon.

Für Vietnam braucht man ein Visa. Da die Beschaffung in Deutschland recht aufwendig gewesen wäre, hatten wir uns entschieden, ein Visa‐bei‐der‐Einreise‐Service zu nutzen. Man gab im Internet seine Daten ein, bekam dann ein Brief zugesandt, in dem schrieb, dass man herzlich eingeladen sei und musste dann in Vietnam bei der Einreise seinen Stempel besorgen, wobei man ein Stempelgeld zu bezahlen hat. Das brauchte sein Weilchen, aber unter Berücksichtigung, dass ein Großteil der Passagiere unseres Fluges diesen Service genutzt hat, auch nicht so lang. Wir hatten ein wenig Pech, denn die Einreise‐Schalter waren leer, aber gerade als wir unsere Pässe wiederbekommen hatten, war wohl ein anderer Flieger gekommen und damit standen wir ein Weilchen. Bei allen ging es glatt – natürlich! – außer bei Susann und mir. Bei uns klebten die falschen Visa im Pass. Aber das lösten die Herrschaften von der Passkontrolle schnell, freundlich und mit einem Lächeln auf den Lippen.

Das Gepäck war auch schon da und – auch eine große Erleichterung – unser Reiseführer auch. Wir wurden mit einem Minibus zum Hotel gebracht und konnten dabei den wahnsinnigen Verkehr mit den wahnsinnigen Moped‐Fahrern schon mal aus sicherer Entfernung genießen. Wir hatten schon Bilder von Videos gesehen. Lachhaft! Wenn man mittendrin ist, ist das ein ganz anderes Gefühl. Ständig hupt es – vor einem, hinter einem, der eigene Fahrer hupt wie verrückt, wenn ihm was nicht gefällt. Man hat aber nicht den Eindruck, dass dies irgendeinen interessieren würde. Auf den Mopeds sitzt selten nur einer, meistens ist man zu zweit unterwegs, manchmal zu dritt oder viert, wenn Kinder mitgenommen werden. Luan, unser Führer meinte, es gäbe 8 Millionen Einwohner in Saigon und fünf Millionenen Mopeds – und die Fahrer der selben seien oft auch nur deshalb unterwegs, gerade in den Abendstunden, da es Spaß machen würde.

Die Hotelzimmer sind gut und wir hielten uns aber gar nicht lang auf, sondern machten uns nur kurz frisch, bevor wir noch einen kleinen Spaziergang wagten. Einmal ums Eck zum Marktplatz, wo noch jede Menge Leben war. Eigentlich wollten wir nur einen Schlummertrunk nehmen, aber dann probierten wir auch noch die Küche aus. Krosche Nudeln mit Gemüse und einem Mix von verschiedenem Fleisch. Der Wunsch, dass wir auf Seafood verzichten wollten, wurde gekonnt ignoriert, aber was kam, was sehr lecker. Das Bier gab aus der Flasche bzw. Dose – die Mühe eines Glases wurde nicht gemacht. Nun ist ein Bier ja schön und gut, aber der frischgepresste Orangensaft, den Steffi hatte, der war auch sehr lecker.

Nun werden wir gleich zum Frühstück gehen und fragen uns jetzt schon, was das wohl gibt…

2012-12-17T07:04:54+00:0017. Dezember 2012|Categories: Unterwegs|Tags: , , |Kommentare deaktiviert für Eine lange Anreise