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Moin, moin

Ein paar Korrekturen müssen angebracht werden: Die Katze war gestern nicht vor dem Frühstück auf dem Balkon, sie kam erst später. Darüber hinaus: Malayisches Essen wird in der Regel mit Messer und Gabeln serviert, wobei nicht auszuschließen ist, dass dies ein »Nicht-Stäbchen-Esser«-Bonus ist. Der Schlauch wird wohl angeboten, um Muslimen eine Reinigung anzubieten, die korankonform ist – das war zumindest aus einigen Publikationen im Internet zu entnehmen. Wenn das so ist, und ein Wasserschlauch Toilettenpapier vorgezogen wird, so ist es nicht verwunderlich, dass die Toiletten manchmal überschwemmt sind.

Wir haben einen faulen Tag hinter uns: Wir begannen erst um neun Uhr, über das Aufstehen nachzudenken. Wäre es ein grauer Oktober-Tag gewesen, mit ein wenig Regen vielleicht sogar noch – also das Wetter, das zu Hause zu erwarten ist – dann wären wir wohl liegen geblieben. Aber Sonnenschein und Frühstück lockten uns heraus.

Heute morgen entdeckte Steffi etwas was aussah wie geräucherter Lachs mit Pampelmuse, aber sie sagte mir gerade, dass das gelbe Pampelmuse mit roter Pampelmuse und Rukola war. Beinahe hätte ich was falsches geschrieben. Wie dem auch sei: Ich hatte den echten geräucherten Lachs und noch einen anderen geräucherten Fisch. Dazu Brie und ein wenig Rührei.

Einer der Bediener kam an den Tisch und fragte, wo wir denn herkommen. »Aus dem Süden«, meinte Steffi, worauf hin er sie noch einmal mit »Grüß Gott« begrüßte. Ich hab’s ja nicht als solches verstanden, aber ich verstehe ja auch gestandene Bayern nicht. »Aus dem Norden«, meinte ich, und er meinte »Moin, moin.« – das war gut zu verstehen, und er freute sich wie nichts. Erzählte, dass er mal jemanden aus Hamburg gehabt hätte, der hätte ihm das beigebracht und er hätte keine Gelegenheit gehabt, das noch einmal anzuwenden.

Große Freude kam auch auf, als sich herausstellte, dass ich in dem Viertel arbeiten würde, in dem er früher gelebt hat. Er gab uns noch auf den Weg, wenn wir ins Kino wollten, ja nicht das in MidValley zu nehmen, sondern das nebenan. Das wäre billiger. Wir werden uns aber die nächste Woche wohl keine Zeit nehmen, noch ins Kino zu gehen – dafür steht noch viel zu viel auf dem regulären Tourismusprogramm.

Dann stellte sich die Frage, was wir denn so machen sollten mit diesem angefangenen Sonntag. Für eine Insel-Tour war es schon ein wenig spät und so waren wir zur Überzeugung gekommen, dass man ja mal die »Stadt« und Shopping-Mall besuchen könnten. Das hätten wir uns sparen können: Es war wirklich nicht viel los in dieser Shopping-Mall (kein Vergleich mit Kuala Lumpur an einem Sonntag) und der Erkenntnisgewinn war gering. Was aber nicht heißt, dass keiner vorhanden wäre. Ich fasse mal kurz zusammen: Es gab im Supermarkt keine Tampons (ob es da religiöse Einschränkungen gibt?); die Kosten für Katzen-Nassfutter sind doppelt so hoch wie zu Hause; wenn man Baby-Nahrung aus dem Baby-Regal nimmt, sollte man aufpassen, gleich daneben steht das Katzen-Trockenfutter und letztlich: Eigentlich sind die meisten Sachen genauso teuer wie in Deutschland, dass man sich einen Einkauf gut verkneifen kann.

Vor der Zeit fuhren wir wieder zurück zum Hotel und ersparten uns den Besuch in einer weitere Shopping-Mall. Die Stadt muss man nicht gesehen haben, vielleicht mit der Ausnahme eines Schokoladen-Ladens, an dem wir vorbei gefahren sind. Allerdings verbietet sich bei den Temperaturen der Kauf von Schokolade, es sei denn, man steht auf Kakao – denn nur das nur sein, wenn man sich kurze Zeit im Freien aufgehalten hat.

Wir haben auch den National-Adler von Langkawi gesehen. Allerdings war er eingerüstet und wir sahen nur seine Rückseite. Der Taxifahrer war so nett und hatte uns vorbeigefahren.

So gab es Strandzeit. Durch den heißen Sand tappte ich zum Wasser und hielt meine Füße ins Wasser – eine Abkühlung war das nicht. Da musste man erst tiefer herein. Wobei tief meint, dass man noch stehen konnte. Mit den Armen habe ich ein wenig Wasser nach oben geschaufelt, dass ich von der Kühle ein bisschen weiter oben auch was habe.

Zweifellos ein Höhepunkt des Tages war die einstündige Relax-Massage. Bevor wir aber zu dem dem Hotel angeschlossenen Spa gingen, musste unsere Servicekraft von gestern noch einmal auf ein Thema zurückkommen. Steffi kramte gerade in ihrer Tasche, da meinte sie zu mir: »Und sie ist wirklich Deine Schwester?« Ich lachte und meinte: »Ja. Es stimmt.« Sie schüttelte mit dem Kopf. Sie kam darüber überhaupt gar nicht hinweg.

Von einer zierlichen Masseuse wurden wir begrüßt und ich fragte mich, ob sie uns wohl beide zur gleichen Zeit bedienen würde. Aber es zeigte sich noch eine etwas kräftigere Masseuse und nachdem wir den obligatorischen Begrüßungstrunk genossen hatten, ging es los mit dem Wässern der Füße und einer kleinen Fußmassage. Dann wurden wir – im gleichen Raum – von zwei Masseusen eine Stunde lang verwöhnt. Mir hat noch nie eine Frau an den Zehen gezupft, und ich will nicht sagen, dass das ein schönes Gefühl war. Das machte mich vielleicht auch ein wenig zehverkrampft. Als sie dann zu den Fingern kam, war da nicht mehr viel Lockerheit über. Aber der Rest wurde wirklich gut betreut, und ich mochte mich weder gern umdrehen zwischendurch noch war ich eigentlich wirklich bereit am Ende aufzustehen. Aber die letzte Aktion war starkes Klopfen auf dem Rücken und das war so etwas wie ein Rauswerfer. Der ultimative Rausschmeißer war dann aber vielleicht auch der Ginger-Tee…

Ab ging es zum frühen Dinner (oder späten Lunch). Dort tauschten sich unsere Kellnerin und Steffi noch einmal über Shopping im Allgemeinen und Speziellen aus. Unsere Service-Kraft kam noch einmal an den Tisch (man muss sich übrigens wirklich fragen, was sie für Arbeitszeiten hat: Sie war Morgens da und sie war Abends da.), freute sich wie nichts und meinte, das nächste Mal würde ich aber mit Frau kommen, also zu dritt. Die kräftige Masseuse kam dazu, hörte das und fragte, ob wir nicht ein Paar wären – na ja, nicht so eines, Bruder und Schwester halt. Oh Gottogott! Das wäre ja gar nicht üblich, zusammen in einem Raum. Wir meinten nur, das wäre schon in Ordnung. Unsere Servicekraft meinte zu erkennen, dass unsere Münder gleich wären – sonst aber nichts. Das war uns neu. Gemeinsam gaben sie uns mit, dass wir wiederzukommen hätten – es wäre ja so schön.

Mit dem Taxi ging es zum Flughafen und dort sind im Augenblick nur zehn Minuten Verspätung angesagt.

2011-10-16T16:57:34+00:00 16. Oktober 2011|Categories: Malaysia 2011, Unterwegs|Tags: , |Kommentare deaktiviert für Moin, moin