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Studentenfutter

Dass es ernst wird, merkte ich an Zweierlei: Zum einen kamen die Reiseunterlagen (Voucher und Reise‐Hinweise), zum anderen wird Susann ganz unruhig und meint immer wieder, ich möge ja heile wiederkommen. Davon abgesehen werde ich alle Nase lange gefragt, wo denn mein Pass wäre, ich möge die Badehose anprobieren und wann denn mein Flug geht. Es sind ja auch nur noch 13 Tage Zeit.

Der Infekt, den ich mir eingehandelt habe, brachte meinen Terminplan etwas durcheinander. So konnte die Impfung nicht stattfinden, der Arzt hatte davon abgeraten. Nun habe ich das Rezept in die Apotheke gegeben und muss es am Freitag vor der Abreise abholen und mich impfen lassen. Nicht optimal, aber geht nun mal nicht anders. In den Unterlagen stand, dass man ein Passfoto mitbringen müsste. Ein Passfoto? Die Erklärung folgte, bevor ich die Stirn runzeln konnte. Dass Passfoto würde für den Studentenausweis benötigt. Ich meinte leichthin, dass ich das beim Optiker machen würde, der gegenüber der Arbeit seinen Sitz hat. Das wird aber knapp, da ich höchstens noch zwei Arbeitstage im Büro habe. Wahrscheinlicher ist, dass es nur noch ein Tag ist. (Aber selbst das weiß ich nicht mal richtig.) Aber das ich noch einmal einen Studentenausweis bekomme, entbehrt auch nicht einer gewissen Ironie. Ich freue mich schon, so komme ich günstiger in die Museen rein. Wer weiß, was es noch für Vergünstigungen gibt? (Studenten‐Essen bei McDonalds?)

Untergebracht, so die Info aus dem Schreiben, werde ich bei Gary, der zehn Minuten zu Fuß von der Schule entfernt wohnt. Er soll ein angenehmer Mensch sein, steht in dem Anschreiben, der sieben Studenten in seinen Räumlichkeiten aufnimmt. Die typische Gastfamilie ist das nicht, zumindest nicht so, wie es mir vorgestellt habe. Nun kommt’s aber: Ich weiß nicht einmal, ob das so nicht sogar besser ist. Ein gesetzterer älterer Herr in den Dreißigern sollte vielleicht nicht unbedingt in eine Familie gehen. Das Studentenwohnheim wäre auch nicht das Wahre gewesen. So ist wohl ein guter Kompromiss herausgekommen.

Die Sicherheitslage ist übrigens kein Thema auf der DVD die den Reiseunterlagen beilag. Eine Gabe vom Tourismus‐Ministerium, welche ich mir natürlich gleich angeschaut habe. »It’s possible« ist das Thema der Scheibe, die nur die guten Seiten von Südafrika beschreibt. Interessanterweise immer in Fragestellen: Zum Beispiel, ob es möglich ist, dass zwei Nobelpreisträger in einer Straße wohnen könnten. Na klar, dass es möglich ist. Man muss nur nach Südafrika fahren. Also gibt es in den Filmchen ganz viele Elefanten, Löwen, Geparden und Springzeugs zu sehen, viele nett gekleidete Menschen, die sich mit Cocktails verwöhnen lassen. Filme, die Zurückbleibende neidisch werden lassen. Aber nicht vergessen: Mein Thema ist eine Bildungsfreistellung *grins*

Susann stürzte sich auf zwei Textteile in der Beschreibung: Die Sicherheitslage und das Aquarium, welches zu den zehn schönsten der Erde gehören soll. Nun ja, die etwas prekäre Sicherheitslage hatte ich schon mal angesprochen. Hier klingt es nun so, als dass man sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr allein in der Innenstadt und in anderen bestimmten Viertel aufhalten soll. Nun hatte ich ja ausdrücklich Halbpension abgewählt, weil ich nicht jeden Abend mit den Gastgebern zu Abend essen wollte. Ich frage mich natürlich, ob es genügend Leute für Essens‐Grüppchen gibt, wie ich sie dann benötige. Nicht dass ich, weil es ausgerechnet in der Gegend so ist, drei Wochen jeden Abend chinesisch essen gehe, nur weil das China‐Restaurant über die Straße und somit gefahrlos erreichbar ist. Na ich kann mir Gedanken machen, so als wäre ich von meiner übervorsichtigen Frau angesteckt worden.

Ich fliege hier am Sonnabend um 17 Uhr in Hamburg los. Großen Unwillen ließ Susann erkennen, als ich verlauten ließ, es würde genügen, wenn ich am Samstag morgen packen würde. Wahrscheinlich fahren wir hier um ein Uhr los, weil wir ja nichts verpassen wollen (also Susann zumindest nicht). Nachdem sie die Unterlagen ausführlich studiert hatte, meinte ich zu ihr, wahrscheinlich wäre es besser, wenn sie sich um die Pack‐Angelegenheit kümmern würde. Um 20 Uhr geht es dann von London aus in Richtung Kapstadt, wo die Ankunft gegen neun Uhr ist. Übernacht‐Flüge habe ich schon zwei hinter mir, ich weiß, dass ich sie nicht besonders mag. Man sollte schlafen, kann aber nicht. Also ich zumindest nicht. Also werde ich zerschlagen ankommen und den Tag für Erholung benötigen. Vielleicht ein wenig die Stadt besichtigen, schon mal schaun, wo die Schule ist und mich freuen, dass ich angekommen bin.

Am Montag geht es um acht Uhr los. Über das Weitere mache ich mir noch keine Gedanken. Es kommt, was kommt…

2007-01-14T18:59:00+00:0014. Januar 2007|Categories: Dies und Das|Kommentare deaktiviert für Studentenfutter