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In Oslo

oslo_gnom_1Sonnenschein, Sonnenschein, Sonnenschein – und überhaupt gar kein Schnee. Ich meine, dass mit dem Sonnenschein habe ich mir schon gewünscht. Nichts ist trostloser als eine Stadt im Regen und da ist es fast egal, wo sie liegt und wie schön sie ist. Schnee hat natürlich was und hätte ein wenig zur winterlichen Stimmung gepasst. Aber so war’s heute auch schön.

Wir sind gestern Abend zum Grand Buffet maschiert und haben von dem reichhaltigen Angebot reichlich genossen. Ein wenig bedauerlich ist, dass der After‐Buffet‐Service der Color Line so mies ist. Den bedauerlich überfressenen Teilnehmern wird doch tatsächlich zugemutet, den Weg zum nächsten Wegpunkt – bei Norwegern meist ein Pub, bei den anderen vermutlich das Hotelzimmer – allein zurück zu legen. Ich wäre entschieden dafür gewesen, dass nette Pflegerinnen einen zur Kajüte schieben und ins Bett hieven. Dem sollte nicht so sein.

Heute morgen haben wir dann kurz nach Sonnenaufgang auf dem Sonnendeck gestanden und die Fjord genossen – die Einfahrt nach Oslo. Sonne war da gewesen, kalt war es aber gewesen. Durch den Wind haben wir richtig schöne Bäckchen bekommen.

In Oslo angekommen strömten wir mit Hundertern von Norwegern durch die Zoll‐Kontrolle. Niemand hatte irgendwas zu verzollen. Das müsste doch selbst Zöllnern komisch vorkommen. Aber es waren sowieso nur zwei Leutchens da, die mit den Massen hoffnungslos überfordert gewesen wären.

Wir ab zum Taxi.

Anfang der Neunziger, es folgt ein Exkurs in die Vergangenheit, fuhr ich mit dem besten Freund nach Paris, besser gesagt, wir flogen. Vom Flughafen in die Innenstadt nahmen wir damals, heute würde ich es nicht mehr tun, ein Taxi. Wir saßen hinten im Taxi und beobachteten das Taxameter und waren am Kopfrechnen, welchen Betrag wir als Trinkgeld oben drauf zu schlagen hätten. Am Hotel angekommen, war es zwar eine staatliche Summe, für die Entfernung aber o.k. Wir lachen heute noch darüber, wie wir im Taxi saßen, und von 105 Francs versuchten 15% als Trinkgeld auszurechnen, bevor das Taxameter schon weiter gezählt hatte zu 106 Francs.

Color LineIn dem kleinen Vorbereitungspapier der Color Line für Norwegen stand, dass man in Norwegen ein wenig aufrundet, aber kein Trinkgeld gibt. Haben wir dann doch, auch dem Taxifahrer, auch wenn wir im Hotel in einer Art Schock‐Zustand ankamen. Wir stiegen in das Taxi ein, der Fahrer machte das Taxameter an und es standen schon mal 10 Euro drauf. Für die nicht ganz vier Kilometer zum Hotel waren es dann insgesamt 30 Euro. Ich habe schon teurer geparkt für eine Stunde, aber so teuer bin ich noch nie Taxi gefahren. Inklusive war übrigens nicht nur, dass das Gepäck aus dem Kofferraum genommen wurde, nein, verfahren hatte sich der Kollege Taxifahrer auch noch.

Wir konnten dann aber sofort in unser Hotelzimmer, was ich so nicht erwartet hätte. Schöner Ausblick aus einem schönen großen Hotelzimmer. Ich liebe große Hotelzimmer und bei der Kälte, die draußen herrscht, haben wir heute auch schon die Fußboden‐Heizung genossen.

Dann ging es in die Innenstadt und wir wanderten durch die Einkaufsstraße, über den Weihnachtsmarkt (tja, ich würd’s den Versuch eines Weihnachtsmarktes bezeichnen), bei dem es lustiger Weise viele Sachen aus Spanien, Holland und Italien gab. Am Königspalast kamen wir gerade rechtzeitig für die Wachablösung und kurz nach ein Uhr fanden wir uns wieder am Hafen, wo es unzählige Restaurants gibt.

Ich gehe mal davon aus, dass ich eines Tages großzügig vergessen haben werde, dass eine Pizza zwanzig Euro gekostet hat, und werde mich nur noch daran erinnern, wie ich draußen unter einer beheizten Markise im Sonnenschein saß, und den Blick auf den Fjord genoss. Im Augenblick gelingt mir das noch nicht.

Dann ging es noch zur Festung hoch und von dem erhöhten Ausblick aus konnten wir auch die Ausfahrt der Fantasy beobachten, die zahllose Norweger nach Kiel brachte. Die, die heute gefahren sind, kommen morgen an – da haben die Geschäfte wieder auf. Die, die gestern gefahren sind, dürften heute vor geschlossenen Läden gestanden haben. Wir in Oslo nicht. Denn Nachmittags machten die Läden auf und man hätte ein gutes Weihnachts‐Shopping durchführen können, allerdings ist der Euro‐Kurs nicht so günstig und wir hatten uns entschlossen, das wenige an Kronen, was wir hatten, in Nahrung zu investieren.

Zum Abend hin und in der Innenstadt war es gar nicht mehr so kalt, zumindest fühlte es sich nicht so an. Wir gingen, für Norwegen ganz typisch, zum Inder. Eigentlich wollten wir norwegisch essen, aber viele Restaurants haben Sonntags zu und bei vielen schreckten uns auch die Preise hinter den Gerichten ab. Der Inder war aber sehr gut und satt sind wir auch.

2015-11-22T19:06:42+00:0018. Dezember 2011|Categories: Unterwegs|Tags: , |Kommentare deaktiviert für In Oslo