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Zwei Gotteshäuser, zwei Sandwiches

Schon wieder ein Premieren-Tag: Wir waren noch nie in Marseille und heute haben wir die Stadt besucht. Ich habe Susanns MacBook Air in die Hände bekommen und schreibe nun darauf diesen Beitrag, auch das habe ich vorher noch nicht gemacht.

Fange ich mal mit den profanen technischen Dingen an: Es ist leicht und es hat eine richtige Tastatur. Gefällt es mir? Ich bin mir nicht sicher, dadurch, dass es so leicht ist, wackelt es vor meinen Augen, wenn ich liegend auf dem MacBook Air schreibe. Das habe ich bei einem »richtigen« Notebook so nicht. Es geht aber durchaus zügiger voran als die letzten Tage, an denen ich mit dem iPad geschrieben habe. Die automatische iOS-Rechtschreibkorrektur wird wahrscheinlich einige lustige Ergebnisse produziert haben, die mir nicht aufgefallen sind. Nervend waren indes die ständigen Abstürze des Safari-Browsers sobald der Text eine gewisse Länge erreicht hatte. 500 Wörter waren kein Problem, 800 Wörter ließen den Browser öfter mal einfrieren. So wurde das Schreiben zu einer noch langwierigeren Angelegenheit, als es schon normal mit der Bildschirmtastatur der Fall gewesen wäre.

Nach einem schönen Frühstück im Mirage-Frühstücksraum haben wir zuerst einmal das Wetter geprüft, um das Tagesziel zu bestimmen. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wie man in früheren Zeiten – so vor fünf, sechs Jahren – überhaupt seinen Urlaub managen konnte. Das musste ja der totale Horror gewesen sein! Wie haben die Leute denn früher Urlaub gemacht, bitte schön?

Das Hauptrisiko ist ja immer das Wetter. Wenn es regnet und man ist unterwegs, dann verdirbt einem das die Laune und die Bilder. Dabei habe ich gar nichts gegen schlechtes Wetter. Einen Tag in einem Raum zu verbringen und ein schönes Buch zu lesen, rumzugammeln – dafür bin ich immer zu haben. Es geht ja um Erholung. Zum Problem wird es, wenn das Zimmer so klein ist, dass man sich darin nicht die ganze Zeit aufhalten möchte. Heute sollte das Wetter durchwachsen sein, aber für den morgigen Tag wurde nicht so Schönes angekündigt.

Wir entschlossen uns, zu prüfen, ob man eher abreisen kann. In normalen Hotels ist das kein Problem. Im Job gehört das bei mir dazu. Bei den Internet-Buchungen indes ist das immer so eine Sache. Die Stornierungsbestimmungen werden dann zu einer ganz unschönen Sache. In unserem Fall spielte sich das dann so ab: An der Rezeption gaben wir unsere Erwägungen preis und bekamen zur Antwort, französisch wurde leider nur gesprochen, dass dies keine Sache vom Hotel wäre, sondern vielmehr von dem Buchungssystem. Wir sollten die Webseite besuchen und dort die Buchung ändern. Leichter gesagt als getan, stellten wir auf dem Zimmer fest, denn Booking.com bietet zwar die Möglichkeit, Buchungen zu bearbeiten. Diese indes war nicht mehr zu ändern. Der Ball lag nun sehr elegant zwischen dem Portal und dem Hotel.

Das hätte man jetzt so hinnehmen können und wir hatten uns gesagt, wenn es nicht geht, dann geht es nicht und wir bleiben. Allerdings habe ich manchmal Probleme damit, Sachen hinzunehmen. Auf der Webseite fanden wir eine Telefonnummer und da riefen wir mal an. Die freundliche Sachbearbeiterin teilte mir mit, dass hier zwei verschiedene Komponenten diskutiert würden: einmal die Änderung der Buchung – das wäre Thema von Booking.com – und zum anderen die Stornierungsgebühren, was Thema vom Hotel wäre. Aha! Ich fühlte mich kurz in der Luft hängen gelassen, da meinte die Dame, sie würde mal im Hotel anrufen, und das klären. Fein, man kann mich ja so schnell begeistern! Ein paar Takte Warteschleifen-Musik, dann war die Dame wieder dran und erklärte uns, dass sie angerufen hätte, aber die Dame am anderen Ende (sprich in unserem Hotel) nur Französisch sprechen würde. Das deckte sich auch mit unseren Erfahrungen und war ein guter Beweis, dass sie angerufen hatte. Ein französischsprachiger Kollege würde, meinte sie weiter, im Hotel anrufen und sie würde sich anschließend bei uns melden.

Tat sie auch mit der guten Nachricht, alles wäre gut – die Buchung gekürzt, keine weiteren Stornokosten.

So fuhren wir beschwingt nach Marseille. Allerdings fuhren wir auch sehr uninformiert nach Marseille. Mit den Kenntnissen aus alten Krimis ist es nicht getan, wie ich bald feststellen durfte. Immerhin führte uns der Weg völlig korrekt zum Vieux Port. In der Nähe fanden wir ein Parkhaus, in dem wir unser tapferes Cabrio abstellten (wenn man sich die Autos in Frankreich so anschaut, kann einem ja Angst und Bange werden – Beulenautos allerorten und einige sehen wirklich ganz, ganz böse aus. In Deutschland würden sie überhaupt nicht mehr auf die Straße gelassen werden.). Im Parkhaus tönten Klavierkonzerte, was ein sehr interessantes Ambiente erga. Ob dies auch eine Abschreckung für jugendliche Diebesbanden ist, fragte ich mich, denn ich hatte schon mal gelesen, dass man gern zu solchen Tricks greift. Auch eine bestimmte Farbgebung kann helfen.

Wir würden unser Auto wieder finden, da war ich mir sicher, denn die Tür zu unserem Parkdeck war eingeschlagen. Wie das passieren kann, bietet Raum für jede Menge Geschichten. Immerhin war es hier nicht so wie in Nîmes, wo wir uns im Parkhaus merkten, dass wir beim roten Kaninchen parkten. Als wir wieder zurück kamen und im Treppenhaus herunter liefen, stellten wir fest: Es gibt gar kein rotes Kaninchen. Als wir unsere Etage wieder gefunden hatten, durften wir feststellen, dass die Tür-Bemalungen nicht mehr zu den Etagen-Bemalungen passten. Vielleicht eine Vorbereitung für eine neue Verstehen-Sie-Spaß-Sendung?

Wir marschierten um den alten Hafen herum und machten uns auf den Weg, die Basilika Notre Dame de la Garde zu besichtigen. Zwar hatte ich gehört, dass es so etwas wie eine Aufstiegshilfe in Form von Bahn oder Bus geben soll. Nur hatten wir das verpasst und Susann stellte fest, dass wir wohl den Aufstieg gewählt hatten. Vor den Treppen, die uns zu dem rückwärtigen Teil der Basilika bringen sollten, gab es noch ein kurzes Aufbäumen, die verzweifelte Suche nach einer motorisierten Hilfe, welcher Art auch immer, dann ergab sich Susann in ihr Schicksal.

Och ja, das hatte schon was. Relativ schnell öffnete sich die Stadt und es war unglaublich, wie wenige Treppenstufen so viel an Aussichtsplus ausmachten. Uns lief kurz eine Mieze über den Weg, aber die musste nicht von mir bekehrt werden. Oben angekommen, genossen wir nicht nur den fantastischen Ausblick über die Stadt sondern auch die schöne Kirche. Die Anstrengungen hatten sich wirklich gelohnt und obwohl die Touristen dort »containerartig« hochchauffiert werden, war es in der Kirche recht leer und ruhig. Dabei ist sie gar nicht so groß, so sieht die nur von außen aus.

Das Belohn-Gen funktionierte anschließend sehr gut, so dass zu dem leckeren Couscous sich auch noch Patisserie gesellte, vor der ich aber das erste Mal im Leben kapitulierte. Das war nicht zu schaffen und wir rollten anschließend weiter durch die Stadt. Ab morgen machen wir sowas nicht mehr! Ich meine, solchen Völlerei-Unsinn. Wenn nicht ab morgen, dann ab überübermorgen!

Der Rückweg führte über die Kathedrale von Marseille, die aber geschlossen hatte. Montags immer. Damit war nun wirklich nicht zu rechnen, dass man bei Gotteshäusern auch Ruhetage eingeführt hat. (Außer man ist Besitzer eines Reiseführers.) Mir fällt allerlei gotteslästerliches Zeug dazu ein, aber das lasse ich mal lieber.

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Das Abendbrot war heute eher bescheiden, wie gestern auch schon. Zwei Sandwiches, die wir uns in einem riesigen Einkaufszentrum mit dem Namen Grand Littoral, gekauft hatten. Wir waren noch so satt. Eigentlich wollten wir nur einen Supermarkt, aber dieses Zentrum überforderte einen fast schon wieder. Alles sehr schön dort, aber zuviel und ich war froh, ihm zu entkommen. Die Zeitschriften, die sich Susann kaufen wollte, haben wir jedoch immer noch nicht. Dafür die Erkenntnis, dass man als Deutscher nicht von den Käsepreisen hierzulande träumen sollte.

Von dem Parkplatz des Einkaufszentrums hat man auch eine gute Aussicht auf die Stadt.

2014-10-06T23:19:43+00:006. Oktober 2014|Categories: Frankreich 2014|Tags: , , , , |Kommentare deaktiviert für Zwei Gotteshäuser, zwei Sandwiches