Terra Gallus

Schon gelohnt

Seit vorgestern Abend war ich ein wenig grummelig unterwegs. Ich hatte die Werkstatt verlassen und durfte im Tausch gegen etwa tausend Euro diese mit neuen Vorderreifen, Bremsen und einer frischen TÜV-Plakette verlassen. Die Bremsen fühlten sich nach dem Verlasen gar nicht so nach „neu“ an. Da kommen einem dann schon Zweifel, ob man das Geld nicht besser hätte spenden sollen. Zum Beispiel in neues Computer-Gedöns. Daran habe ich ja normalerweise viel mehr Spass.

Vorhin fuhren wir durch die Wildnis aus dem Garten der Eltern in die Stadt. Das ist zur Zeit ein wenig umständlich, aber das lässt sich nicht ändern. Ich bin mir ganz sicher, das die jetzt gesperrten Straßen mir bald soviel Freude machen werden wie meine neuen Bremsen.

Zwischen Schlänitzsee und Grube ist nichts. Man fürchtet sich, dass einem irgendwas vor die Stoßstange springt. Aber wenn man etwas Dolle befürchtet, dann passiert es ja meistens nicht.

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So auch in diesem Fall. Wir kamen glatt nach Grube, wir kamen glatt nach Potsdam und dann auf der Pappelallee läuft mir ein Fuchs vor das Auto. Ich ging auf die Bremse und die etwa 600-Euro-Bremsen-Werkstatt-Anteil begannen ihren Dienst zu verrichten. Der Wagen stand in Null-Komma-Nix, vor mir ein irritierter ausgewachsener Fuchs, neben mir eine stolze Ehefrau und hinter mir Gott-sei-Dank niemand.

Ganz ehrlich: Was da auf die Straße huschte, war in dem Moment, in dem es passierte gar nicht zu sehen. Erst das irritierend irritierte Verhalten des Fuchses, der auf der Straße stand, wie eine Person, der in den Sinn kommt, dass diese „Erst nach rechts schaue. Und dann nach Links“-Regel vielleicht doch nicht so dumm ist, gab uns Zeit, das Tier in seiner ganzen Pracht zu bewundern. Wildnis mitten in der Stadt!

Der Fuchs marschierte wieder zurück nach rechts, woher er kam, ich fuhr weiter und im Rückspiegel sah ich, wie er die Straße dann erfolgreich querte. Viel Glück im Leben, Kumpel!

In der Thoma-Straße dachte ich dann, ein wenig profaner, „Schau an, hier sind nur dreißig!“ Und Bruchteile später „Ach guck! Eine Radarfalle!“ Und die Bremsen bewährten sich ein zweites Mal vortrefflich.

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