Mai07

Verweichlicht

Auf ein Menschenleben bezogen ist es gar nicht so lang her, da hatte die Bahn beschlossen, die Aufteilung von Raucherabteilen zu Nichtraucherabteilen ein Übergewicht für die Nichtraucher zu schaffen. Da war die Zeit, in der man als Nichtraucher in einem leeren Raucherabteil saß, da bei den Nichtrauchern nichts mehr frei war, und dann ein Raucher in Abteil kam und lospaffte. War ja sein Recht, denn schließlich saß ich ja im Raucherabteil. Ich hätte ja auch im Nichtraucher-Waggon stehen können.

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Apr25

Das Taxi und eine Kammer

Ich kannte die Aachener Straße in Köln nicht. Die zieht sich. Vor der Reise nach Köln hatte ich noch geschaut und es sah ganz so aus, als würde man von der S-Bahn fix zu der Allee und ich damit auch zu meinem Hotel kommen. Vor Ort sah das plötzlich ganz anders aus. Deutlich negativer, deutlich regnerischer und deutlich dunkler.

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Mar01

Alltag unterwegs

Wenn der Flughafenbus aus Kiel in Hamburg ankommt, werden zuerst die Fahrgäste herausgelassen und dann ist es oft zu beobachten, dass der Fahrer alle Türen dicht macht und in das Flughafengebäude eilt. Nach kurzer Zeit kommt er wieder, und es ist ihm anzusehen, dass er erleichtert ist. Manch einer stürzt auch nicht hinein, um sich zu erleichtern, sondern erleichtert sich, in dem er den Nikotinspiegel auf einen für ihn üblichen Wert bringt. Anschließend wird der Bus innen kontrolliert und die Zeitungen und sonstiger Müll beseitigt. Hin und wieder folgt der letzte Schritt auch vor dem Herausstürzen aus dem Bus. Ich nutze sind Bus recht häufig, sah aber noch nie, dass der Busfahrer die buseigene Toilette verwendete. Nun ja, irgendwann ist immer das erste Mal. Es spräche also nichts dagegen, diese zu verwenden, wenn der Busfahrer sie schon mehr mag, als die reinlichen Toiletten des Hamburger Flughafens.

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Jan25

Versuch’s mal mit Gemütlichkeit

Zur Zeit düse ich morgens von zu Hause nach Heide und abends wieder zurück. Jeden Tag die gleiche Strecke, mit Ausnahme von Freitag, Samstag und Sonntag. Da kann ich fast noch von Glück reden - andere fahren jeden Tag von Heide irgendwo hin und müssen wieder zurück! Da habe ich es wirklich besser.

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Jan17

Rauschbefreiung

Kurz nach Weihnachten wurden wir auf Voice-over-IP umgestellt, sprich wir telefonieren übers Internet. Dummerweise war damit auch verbunden, dass wir eine Gesprächsqualität in Vorkriegsmanier bekamen. Und mit dem Krieg meine ich nicht unseren Afghanistan-Feldzug und die Qualität meint nicht die Qualität des Gesprächsinhaltes. Seit heute morgen soll alles besser sein. Ja, außer dass durch die Änderungen der Server vom Netz ist. Könnte mir egal sein, wo ich in einem Zug, nein, ich sage besser Schleicher Richtung Stuttgart sitze. Aber ich habe mich so was von daran gewöhnt, von unterwegs auf die heimischen Rechner zuzugreifen, dass ich jetzt schon Heimweh habe.

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Sep21

Zwei Frauen

Die eine war blond und die andere, ja ich weiß nicht. Das hat nichts zu sagen, denn es geht nicht um »das« blond, sondern darum, dass man sich ein Bild machen kann, wie sie aussehen, die Damen. Es wäre nicht charmant, wenn ich sagen würde, sie fallen nichts ins Auge. Die eine Dame ist blond, langhaarig und im besten Fall Mitte zwanzig - aber man kann sich auch verschätzen. Die andere Dame, an deren Haarfarbe ich mich nicht erinnern kann (was mich zu einem verdammt schlechten Zeugen macht), war doppelt so alt, hatte eher kurze Haare und war in Begleitung eines älteren Herren. Die beiden Damen, man kann es sich denken, hatten miteinander nichts zu tun - bis auf die Tatsache, dass sie mich heute überraschten.

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Jun28

An der Eider

Zwischen Heide und Rendsburg gibt es diese Klappbrücke. Heute musste ich da mal wieder stehen. Als die Brücke unten war, sausten wir in Richtung Rendsburg Reisende alle wie wild los. Von der Gegenseite kam nichts, was mich wunderte. Dann sah ich es: Ein Wagen war stehen geblieben. »Ohh«, dachte ich mir, »eine Panne.« und hatte ganz spontan Mitleid. Bis ich an dem Wagen vorbeifuhr. Der Fahrer war eingeschlafen und ließ sich von dem vorbeifahrenden Verkehr überhaupt nicht stören.

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Mai02

Sport mit der Bahn

Am Freitag hatten sich die Mitarbeiter des Bielefelder Hauptbahnhofs wohl ihr eigenes Fitnessprogramm für die Kundschaft ausgedacht. Oder wir war es zu verstehen, dass innerhalb von 20 Minuten mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Gleisänderungen bekanntgegeben wurden, die jeweils mit Bahnsteigwechseln verbunden waren. Sieht lustig aus, wenn man auf einem anderen Bahnsteig steht und beobachten darf, wie plötzlich an die achtzig Menschen flott einen anderen Bahnsteig räumen. Weniger lustig ist es aber, wenn die Ansage kommt: »Vorsicht bei der Einfahrt des ICE sowieso nach Berlin-Ostberlin. Bitte beachten Sie die geänderte Wagenreihenfolge. Die Wagen der ersten Klasse befinden sich in den Abschnitten A und B.« Aha, man darf also von ganz hinten nach ganz vorn flitzen, während der Zug schon einfährt, womit ja nicht nur die Fitness an sich gestärkt wird sondern auch noch die Fähigkeiten im Hindernis-Training ausgeweitet werden.

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