Hin und wieder laufen in den Medien Diskussionen über deutsche Befindlichkeiten wie Stolz und Scham. Man ist verdammt Stolz auf Goethe und den Rest der Dichter, rühmt die hervorragenden Wissenschaftler und erinnert sich an Glanztaten wie das Wirtschaftswunder und den Fall der Mauer. Dann kommt man wieder dazu, erinnert sich an den 1. und 2. Weltkrieg, an den Massenmord an den Juden und spricht vor Scham. Wenn man sich nahezu hundertprozentig mit seiner Nation identifiziert, müsste man sowohl die Licht- wie die Schattenseiten annehmen. Damit tut man sich aber verdammt schwer.

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Ich für meinen Teil habe es aufgegeben, meine Frau ändern zu wollen. Die Kleinigkeiten, die ich geändert habe, stimmen mich froh und zufrieden. Natürlich sind es nur Kleinigkeiten: Der Müll wird getrennt und es wird darauf geachtet, dass nicht überall Licht brennt. Beim Licht gibt es noch hin und wieder Rückfälle, aber bei der Mülltrennung ist sie viel zuverlässiger als ich. Die anderen, vielleicht größeren Punkte werde ich im Unterbewusstsein nicht missen wollen, sonst würde ich das Gesamtkunstwerk Susann nicht lieben.

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Ich kann es immer noch nicht lassen, Maarten 't Hart hat mich immer noch gepackt. Meine Frau fragte mich, ob er denn gut schreiben würde. Ich habe ihr geantwortet: Nein, ich lese die Holländer nur aus Solidarität. Was natürlich frech gelogen ist, denn zumindest der genannten Schriftsteller sprich mich gehörig an.

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Da saßen wir zusammen, hin und wieder viel der eine oder andere Begriff und ich musste feststellen, dass sie mir überhaupt nichts sagen. Ich habe deutliche Defizite bei mir festgestellt, was meine TV-Medienkompetenz angeht. Andererseits ist es natürlich so, dass ich nichts vermisse. Ich habe nie den Hype, der von anderen Medien um »Deutschland sucht den Superstar« und »Big Brother« gemacht wurde. Es ist nichts dagegen einzuwenden, sich kritisch mit einer Medienerscheinung auseinanderzusetzen, wenn daraus aber sabberndes Spannen wird, hat jemand seinen Job verfehlt.

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Da heißt es immer, dass man die Familie so nehmen muss, wie sie ist; man sich aber ja Freunde aussuchen kann. Bei dem Haufen, der von Alesio in die italienische Provinz kutschiert wird, hat man so seine Zweifel. Schon im bei der Fahrt hat man das Gefühl, dass es Leute sind, die sich früher gern hatten, aber jeder hat sein eigenes Leben und die Schnittpunkte sind klein geworden. Es mag da auch nicht von Vorteil sein, dass sich jeder gern im Mittelpunkt sieht.

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Mar04

Ivana Jeissing – »Unsichtbar«

Ich werde noch heute von so manchem Stoff überrascht und ehrlich gesagt, ist es das, was mich am Buch hält. Zwar weiß ich sehr gut, was mich bei einem Jeffery Deaver oder einem Lee Child erwartet, und diese Romane lese ich aus einem anderen Grund (ist ein wenig wie Tageschau gucken). Von Romanen wie »Unsichtbar« indes erwarte ich mir nicht viel, und das Thema ist auch keines, was mich wirklich anspricht. Das ist nicht der Meisterin oder dem Meister des Wortes zuzuschreiben, sondern liegt oft schlicht an der uninteressanten Thematik.I

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Der Januar war ja »bös« ein Maarten 't Hart-Monat für mich gewesen. Ein Roman gelesen und sofort diesem Schriftsteller verfallen. Dieses ist noch eine Nachtrag dieser Phase im Januar. Mittlerweile bin ich mit neuem Stoff versorgt und so darf damit gerechnet werden, dass ich den Holländer hier in absehbarer Zeit noch häufiger erwähnen werde. Verdient hat er es auf jeden Fall.

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Alexander war über lange Zeit nicht glücklich. In dem Städtchen, in dem er wohnte, war er ein Außenseiter. Das bedingte zum Einen der Beruf des Vaters, der Lumpensammler war; zum Anderen war die protestantische Kirche, der die Eltern von Alexander angehörten, nicht in dem Städtchen vertreten. So musste man zwangsläufig auf eine andere Kirche ausweichen, aber die Alexanders Eltern waren nicht mit dem gleichen Herz dabei und häufig wurde geseufzt, wenn man auf die Traditionen in der Ursprungskirche zu sprechen kam.

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